Fährenpfortenturm, Mittelalterlicher Wehrturm in Hann. Münden, Deutschland
Der Fährenpfortenturm ist ein Steinturm aus dem Mittelalter, der sich in der Altstadt von Hann. Münden erhebt und ursprunglich zur Stadtverteidigung diente. Er besitzt charakteristische defensive Merkmale und reiht sich in die erhaltenen Befestigungsanlagen der Stadt ein.
Der Turm wurde 1410 erstmals urkundlich erwähnt, die namengebende Fährenpforte bereits 1383; von ihr führte ein Weg zu einer Fähre über die Fulda. Ursprünglich etwa 26 Meter hoch wie die übrigen Mauertürme, verlor er seine Wehrfunktion mit der Niederlegung der Mündener Stadtbefestigung Anfang des 19. Jahrhunderts. 1848 erwarb der Unternehmer Carl Georg August Natermann den Turm und ließ ihn für die Schrotkugelherstellung um ein Drittel auf 40 Meter erhöhen.
Der Turm ist Teil des Befestigungssystems, das Hann. Münden im Mittelalter prägte und zeigt, wie wichtig solche Strukturen für die damalige Stadtentwicklung waren. Die Lage direkt an der historischen Altstadt macht ihn bis heute zu einem Ort, an dem man die mittelalterliche Stadtplanung nachvollziehen kann.
Der Turm steht in der südwestlichen Ecke der mittelalterlichen Altstadt, wo die Stadtmauer nach Osten abbog; der Ziegelpfortenturm liegt etwa 75 Meter weiter östlich. Seit 2008 dient die Turmspitze als Aussichtsplattform. 2024 ist der Turm an Wochenenden bis Oktober geöffnet, dann schließt der wiederkehrende Halmfliegenbefall ihn erneut.
Der Beiname Hagelturm stammt aus dem 19. Jahrhundert, als der Turm als Schrotturm diente: Im obersten Stockwerk wurde flüssiges Blei durch ein Sieb gegossen und fiel so tief, dass sich runde Schrotkugeln bildeten. Carl Georg August Natermann kaufte den Turm 1848 und ließ ihn um ein Drittel erhöhen, von etwa 26 auf 40 Meter, damit dieses Verfahren möglich wurde.
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