Rotunde, früherer Zwingerturm in Hann. Münden in Südniedersachsen
Die Rotunde ist eine runde Wehrstruktur in Hann. Münden, die ursprünglich in den 1540er Jahren als Teil der Stadtverteidigung errichtet wurde. Das Gebäude hat einen Durchmesser von etwa 17 Metern, massive Steinmauern und ein charakteristisches spitzes Dach mit Holzbalkenwerk, das bei Renovierungen in den 1980er Jahren mit Schieferplatten neu gedeckt wurde.
Die Rotunde wurde 1546 unter Herzog Erich I. als Wehrturm des Oberen Tors fertiggestellt, des südlichen Haupteingangs der mittelalterlichen Stadt. Nach dem Abriss des Haupttores 1776 verlor die Rotunde ihre militärische Funktion und wurde später als Brauerei-Lagerstätte und für Leichenwagen verwendet, bevor sie im 20. Jahrhundert zur Gedenkstätte für Kriegsopfer umgewandelt wurde.
Die Rotunde trägt heute die Namen von Gefallenen aus zwei Weltkriegen und erinnert an Opfer von Gewalt während der Nazi-Zeit. Der Raum innen dient als Ort der Andacht und Erinnerung für Besucher, die sich mit der bewegten Vergangenheit der Stadt auseinandersetzen möchten.
Das Gebäude steht ganzjährig zur Besichtigung von außen offen und ist leicht über die Lange Straße erreichbar, mit dem Parkplatz Feuerteich in der Nähe. Der Zugang ist teilweise möglich, die gepflasterte Rampe kann aber uneben sein, und ein vollständiger Rollstuhlzugang ist nicht gegeben.
Im Inneren befinden sich historische Artefakte wie alte Kanonen, verzierte Holzbalken aus alten Häusern, antike Fliesen und Steinskulpturen, die von dem Historiker Burkhart Klapp gesammelt wurden. Diese Objekte dokumentieren die Alltagsgeschichte der Stadt, und es gibt Überlegungen, sie eines Tages in einer Dauerausstellung zu präsentieren.
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