Capa-Haus, Historisches Gebäude in Lindenau, Leipzig, Deutschland.
Das Capa-Haus ist ein viergeschossiges Mietshaus in der Jahnallee 61 in Leipzig-Lindenau, das 1909–1910 in Reformstil-Architektur für den Goldschmied Oskar Menzel jun. nach Plänen von F. Otto Gerstenberger errichtet wurde. Im Erdgeschoss, wo sich früher das Café Eigler befand, ist seit Juli 2023 der Erinnerungsort Capa-Haus als Ausstellungs- und Begegnungsraum eingerichtet; die oberen Etagen gehören zum Gebäudekomplex Palmengarten-Palais.
1909 bis 1910 entstand das Mietshaus in Reformstil-Architektur für den Goldschmied Oskar Menzel jun. nach Plänen von F. Otto Gerstenberger; bereits 1914 wechselte es den Besitzer. Am 18. April 1945 bezogen Soldaten der 2. US-Infanterie-Division die zweite Etage, um die Erstürmung der benachbarten Zeppelinbrücke mit einem Browning-MG Kaliber .30 zu decken; dabei fotografierte Robert Capa den hier gefallenen Raymond J. Bowman. Die Serie erschien am 14. Mai 1945 im Life Magazine.
Das Haus ist nach Robert Capa benannt, der hier am 18. April 1945 den Tod des US-Soldaten Raymond J. Bowman fotografierte; die Serie erschien am 14. Mai 1945 im Life Magazine, ohne Bowman zu nennen, dessen Identität erst 67 Jahre später geklärt wurde. Seit dem 1. Juli 2023 befindet sich im ehemaligen Café Eigler der Erinnerungsort Capa-Haus, gewidmet Capa und seiner Partnerin, der Fotografin Gerda Taro.
Der Erinnerungsort liegt im Erdgeschoss der Jahnallee 61, an der Ecke, an der die gegenüberliegende Straße 2015 in Capastraße und 2019 in Bowmanstraße umbenannt wurde. Betrieben wird er von der CAPA Culture gGmbH, das Stadtgeschichtliche Museum Leipzig kuratiert die Dauerausstellung; die Initiative Capa-Haus ist Projektpartner. An der Fassade hängt die Gedenktafel für Raymond J. Bowman nach einem Entwurf von Harald Alff.
Der Soldat, den Capa an jenem Tag beim Kampf fotografierte, wurde kurz nach der Aufnahme getötet. Seine Fotos gehören damit zu den letzten Dokumenten eines sterbenden Krieges in Europa.
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