St. Nicolai, Kirchengebäude im sachsen-anhaltinischen Coswig, Deutschland
St. Nicolai ist eine langgestreckte Saalkirche in Coswig mit steilem Satteldach und einem großen dreijochigen Langchor ohne Apsis, eine Form, die auf den Umbau zur Bettelordenskirche im 13. Jahrhundert zurückgeht. Der Westturm ruht auf rechteckigem Grundriss und nimmt die ganze Breite des Langschiffs ein; seine beiden oberen Stockwerke wurden 1867 im neugotischen Stil erneuert, mit einem langgestreckten achteckigen Mittelgeschoss, das von einer Galerie und einem spitzen Zeltdach bekrönt wird. Die Nordwand weist zahlreiche Türen auf, die größte war einst der Zugang zur Fürstenloge.
Die Kirche wurde im 12. Jahrhundert gegründet und erlitt 1547 während des Schmalkaldischen Krieges Zerstörungen. Der Wiederaufbau erfolgte zwischen 1685 und 1702 und verlieh dem Gebäude seine heutige Form.
Die Kirche war zunächst Stiftskirche eines 1272 gegründeten und 1527 aufgelösten Nonnenklosters, danach wurde sie Pfarrkirche von Coswig. An der Nordwand führten einst Türen wohlhabender Familien und des Fürstenhauses direkt zu ihren Logen; die Fürstenloge gegenüber der Kanzel besitzt einen eigenen Kamin.
Besucher finden regelmäßig stattfindende Gottesdienste und Musikveranstaltungen während des ganzen Jahres vor. Es ist hilfreich, die Öffnungszeiten im Voraus zu prüfen, da die Zugänglichkeit je nach Veranstaltungen variieren kann.
Das gotische Hauptportal erreicht eine Höhe von über 6 Metern und ist mit Säulen verziert, deren Kapitelle Knospen- und Blattverzierungen aufweisen. Diese reiche ornamentale Gestaltung demonstriert die handwerkliche Sorgfalt, die in die architektonische Detailgestaltung des Mittelalters floss.
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