Erdwerk Ohrenbacher Schanze, Alte Befestigungsanlage nahe Bremhof, Deutschland.
Das Erdwerk Ohrenbacher Schanze ist eine quadratische Befestigung mit Erdwällen und einem umlaufenden Graben, die sich nahe Bremhof erstreckt. Die Anlage besitzt einen östlich gelegenen Zugang und im Inneren befinden sich Reste eines Brunnens.
Johann Friedrich Knapp beschrieb die Anlage erstmals 1813 mit Seitenlängen von 90 zu 80 Schritt. Georg Hocks untersuchte sie 1912 und 1913 mit Suchschnitten und fand ausschließlich römische Keramik des 2. Jahrhunderts. Da die Schanze zwischen den beiden Limeslinien liegt, gilt ihr römischer Ursprung als nicht gesichert; Dietwulf Baatz schloss ihn 1984 nicht aus, forderte aber weitere Untersuchungen. Die bayerische Denkmalliste führt sie als Bodendenkmal D-6-6220-0003 spätkaiserzeitlicher oder frühmittelalterlicher Zeitstellung.
Die Namen der Anlage variieren: Römerschanze erinnert an römische Ursprünge, Heunenschüssel bezeichnet eine schüsselförmige Senke, und Vielbrunner Schanze verweist auf das nahe Vielbrunn. Die abgerundeten Ecken und das Zangentor ähneln römischen Kastellen am Odenwaldlimes, obwohl der innere Graben untypisch ist. Besucher können noch die 3,5 Meter breite Öffnung des Osttors und die Erdwälle sehen.
Die Wallanlage liegt auf dem bewaldeten Höhenrücken des Geißbergs über dem Ohrenbachtal und ist zu Fuß vom Sattel beim Naturdenkmal Lauseiche erreichbar, wo sich Altwege kreuzen. Wälle, der etwa 1,5 m tiefe Graben und die abgerundeten Ecken sind bei niedriger, laubfreier Vegetation am besten zu erkennen; der Boden ist uneben, Anlagen fehlen.
Zwei Suchschnitte, die Georg Hocks 1912/1913 am Abschnittsgraben zog, sind heute noch im Georelief sichtbar. Die Anlage liegt zwischen beiden Limeslinien, weshalb ihr römischer Ursprung als nicht gesichert gilt. Für die These vom Holzverarbeitungsbetrieb werden vier Inschriftensteine aus Trennfurt, Obernburg und Stockstadt angeführt, die auf 206–214 n. Chr. datiert werden.
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