Stiftskirche, Gotische Kirche in Römhild, Deutschland.
Die Stiftskirche Römhild ist eine gotische Hallenkirche mit drei Schiffen und rippengewölbten Decken, deren räumliche Gliederung durch Pfeiler und Bögen geprägt wird. Der östliche Chor beherbergt einen großen Altar, während ein westlicher Chor die Orgel trägt.
Die Kirche wurde 1341 erstmals urkundlich erwähnt. 1450 erhob der Würzburger Bischof Gottfried sie zur Stiftskirche, und bis 1470 entstand unter Graf Georg I. von Henneberg eine neue Hallenkirche. Ab 1465 nutzten die Henneberger sie als Hof- und Begräbniskirche; 1546 wurde unter Graf Berthold XVI. die Reformation eingeführt, nach der Visitation von 1556 das Stift aufgehoben und die Kirche Hauptpfarrkirche der Stadt.
Der Barockaltar von 1692 zeigt die Taufe Jesu mit Johannes dem Täufer und seinen Jüngern in einer lebendigen Komposition. Das kunstvolle Werk prägt bis heute das Innere des Kirchenraums und zieht Besucher mit seiner detailreichen Darstellung an.
Die Kirche steht am Ende des nördlichen Seitenschiffs neben dem Ostchor, wo der rund 48 Meter hohe Turm aufragt; im Sockelgeschoss des Turms liegt die Sakristei mit eigenem Rippengewölbe. Das Erdgeschoss des westlichen Kirchenportals bildet eine Eingangshalle, über der eine steinerne Inschrift den Bau der Kirche und die Stiftung bezeugt. Die Kirchenbibliothek mit 846 Titeln, davon 196 aus dem 16. Jahrhundert, ist eine historische Sammlung und kein öffentlicher Lesesaal.
Die bronzenen Grabdenkmäler der Henneberger Grafen entstanden zwischen 1488 und 1510 in der Nürnberger Werkstatt Peter Vischers des Älteren und seiner Söhne und kamen 1735 in die Taufkapelle. Es sind eine Statue Ottos IV. von Henneberg und die Tumba für Hermann VIII. von Henneberg und Elisabeth von Brandenburg mit insgesamt 16 Wappen.
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