Schloss Wörlitz, Klassizistisches Schloss in Wörlitz, Deutschland
Schloss Wörlitz ist ein zweigeschossiger Palast mit blassgelber Fassade und weißem Zierrat, dessen Mittelrisalit unter einem Dreiecksgiebel mit der Inschrift „FRANCISCVS PRINCEPS ANHALTINVS“ hervortritt. Vier weiße Säulen tragen den Giebel über einer breiten Freitreppe aus grauem Stein. Das dunkelgraue Walmdach besitzt zwei Schornsteine, und über der Dachlinie erhebt sich eine weiße Balustrade mit einer Kuppel und zwei Fahnen.
Fürst Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau ließ das barocke Jagdschloss am Ort abreißen und beauftragte Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff mit dem Schlossbau, der 1773 für den Fürsten und seine Frau Luise von Brandenburg-Schwedt vollendet wurde. Nach Vorbildern Palladios und englischer Landhäuser gilt es als Gründungsbau des deutschen Klassizismus.
Das Schloss bewahrt Gemälde alter Meister, eine Antikensammlung und eine Keramiksammlung, die vor allem aus Repliken antiker Arbeiten der Manufaktur von Josiah Wedgwood besteht. Ein Großteil der ursprünglichen Möbel stammt aus der Werkstatt von Abraham und David Roentgen. Der Speisesaal besitzt vier korinthische Säulen, im Belvedere liegt der Palmensaal.
Das Schloss ist nur im Rahmen von Führungen zu besichtigen; das rund 50 Meter südwestlich gelegene Küchengebäude, seit seiner Errichtung 1770 bis 1772 durch einen unterirdischen Gang mit dem Schloss verbunden, dient heute als Restaurant. Die Rückseite zeigt zum Wörlitzer See und ist vom gegenüberliegenden Ufer vor der Silhouette der Stadt zu sehen.
Das Schloss bewahrt seine technischen Einbauten aus dem 18. Jahrhundert: gusseiserne Öfen, Wandklappbetten, eine Wasserpumpe für das Obergeschoss, einen Eisschrank, Essensaufzüge und versenkbare Türen. Ein Badezimmer des Fürstenpaares wurde später entfernt. Ein rund 50 Meter südwestlich gelegenes Küchengebäude ist seit seiner Errichtung 1770 bis 1772 durch einen unterirdischen Gang mit dem Schloss verbunden.
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