St. Nikola, Gotische Kirche in Altdorf, Deutschland
St. Nikola ist ein verputzter Backsteinsaal mit fünf Jochen, um 1480 errichtet, der im Osten in drei Achteckseiten schließt, ohne ausgeschiedenen Chor. Zweimal abgesetzte Strebepfeiler mit übereck gestelltem oberem Absatz gliedern den Außenbau; der Turm steht westlich des Schiffs genau auf dessen Mittelachse, sein zweigeschossiger Unterbau über quadratischem Grundriss trägt ein Oktogon mit spitzem, kupferblechverkleidetem Steinhelm. Das spitzbogige Portal liegt auf der Südseite im zweiten Joch von Westen und ist mit zwei Rundstäben zwischen Hohlkehlen profiliert.
Um 750 stand hier eine hölzerne Taufkirche, nachdem Benediktinermönche aus Regensburg Altdorf christianisiert hatten; vermutlich 909 wurde sie bei den Ungarneinfällen zerstört. Der heutige spätgotische Bau entstand um 1480, möglicherweise von Peter Westermeier. Die Landshuter Baumeister Christoph Stelzer (1620) und Wolf Redenpeckh (1656) führten größere Reparaturen durch, 1710 wechselte das Patrozinium von Stephanus auf Nikolaus.
Bis 1710 war die Kirche dem heiligen Stephanus geweiht, dann wechselte das Patrozinium auf den heiligen Nikolaus von Myra, dessen Gedenktag der 6. Dezember ist. Der Hochaltar von etwa 1670 trägt die Seitenfiguren beider Heiliger, Nikolaus links und Stephanus rechts, vom Landshuter Bildhauer Jonas Hiernle.
Die Kirche befindet sich im Zentrum von Altdorf an der Kirchgasse und ist zu Fuß erreichbar. Da es sich um einen aktiven Gottesort handelt, sollte man auf Gottesdienstzeiten achten und sich angemessen verhalten.
Die älteste Glocke, die Sterbeglocke mit 43 Zentimetern Durchmesser, stammt von 1545 und trägt die Umschrift in Renaissance-Majuskeln „HANS·MEIXNER·ZV·LANCZHVET·GOS·MICH·M·D·XXXXV“, wobei Kleeblätter die Wörter trennen. Die drei neueren Glocken goss Johann Hahn aus Landshut; sie sind den Heiligen Stephanus (1947), Martin und Nikolaus (beide 1973) geweiht.
Die Community neugieriger Reisender
AroundUs vereint tausende ausgewählte Orte, lokale Tipps und versteckte Schätze, täglich bereichert von über 93.507 Mitwirkenden weltweit.