Mittelalterliches Kriminalmuseum Rothenburg ob der Tauber, Rechtskundemuseum in Rothenburg ob der Tauber, Deutschland
Das Mittelalterliche Kriminalmuseum in Rothenburg ob der Tauber ist ein Museum im historischen Stadtzentrum, das sich der Geschichte des Strafrechts und der Rechtspraxis widmet. Es umfasst mehrere Räume mit Originalgegenständen, Gerichtsdokumenten und Erläuterungen zu Rechtsprechung, Folter und Hinrichtung vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert.
Die Sammlung geht auf den Verleger und Archivar Rudolf Hermann Albrecht zurück, der seine Stücke als „Rothenburger Folterkammer“ im Turm des Burghotels zeigte. 1920 übernahmen die Künstler Ernst Paul und Marta Hinckeldey die Sammlung, ab den 1950er Jahren baute sie ihr Sohn Christoph aus. 1977 zog das Museum in die ehemalige Johanniterkomturei in der Burggasse, errichtet 1393–1410 und 1718 barock umgebaut.
Der Rundgang folgt dem Gang des Strafverfahrens von der Ermittlung und dem Beweisverfahren bis zur Folter und zur Vollstreckung der Strafe, ergänzt durch Themeninseln zu Scharfrichtern, Räubern, Hexen, Kirche und Recht, Siegeln, Ehrenstrafen und Eherecht. Das Gebäude ist die ehemalige Johanniterkomturei, errichtet 1393 bis 1410 und 1718 im Barockstil umgebaut; die angrenzende, 1994 bis 1996 restaurierte Johanniterscheune dient Sonderausstellungen, Cafeteria und Museumsshop.
Das Museum befindet sich in der Altstadt von Rothenburg ob der Tauber und ist zu Fuß von den zentralen Bereichen aus leicht erreichbar. Besucher sollten sich ausreichend Zeit einplanen, um alle Räume sorgfältig zu durchlesen, da es viele Texte zu lesen gibt.
Die Sonderausstellung „Hund und Katz – Wolf und Spatz“ (Mai 2020 bis Ende 2021) behandelte Tierprozesse und Tierstrafen: Wölfe und Schweine als Angeklagte in gerichtsförmigen Mordprozessen, exkommunizierte Delfine und Heuschrecken sowie Kopfprämien für Spatzen und Mäuse. Daneben ging es um die Rolle der Tiere bei Todesstrafen, mit Exkursen zu Nutztieren, Hexen-, Fabel- und Wappentieren.
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