Merkurhaus, Geschäftsgebäude in Leipzig, Deutschland
Merkurhaus ist ein sechsstöckiges Geschäftsgebäude in Leipzig mit etwa 450 schmalen Fenstern aus Muschelkalkstein und zwei erkerartigen Vorbuten an der Markgrafenstraße und Schlossgasse. Das Gebäude beherbergt heute verschiedene Einzelhandelsgeschäfte und Büros, darunter einen dm-Drogeriemarkt und das Servicecenter der städtischen Verkehrsbetriebe.
Am Anfang stand das Textilgeschäft von August Polich, das 1866 fotografisch festgehalten wurde. Arwed Roßbach errichtete dort in den 1880er Jahren ein fünfgeschossiges Kaufhaus und um 1898 einen Jugendstil-Vorbau mit vergoldetem Merkur auf dem Eckturm. Nach Konkursverfahren 1932 und 1934 erwarb C. & A. Brenninkmeyer das Unternehmen bei einer Zwangsversteigerung und ließ es abreißen; Karl Fezer entwarf den heutigen Bau von 1936/1937.
Der Name erinnert an die vergoldete Merkurfigur mit Flügelhelm und Hermesstab auf der Turmspitze des Kaufhauses von August Polich. In der Bevölkerung hieß der Neubau von 1936/37 lange Brenninkmeyer-Haus, nach der C. & A.-Kette, die ihn errichten ließ. Die erkerähnlichen Vorbauten an beiden Längsseiten greifen Leipzigs barocke Erkertradition auf.
Die Schmalseite liegt an der Petersstraße Ecke Markgrafenstraße, die Längsseiten erstrecken sich zwischen Schlossgasse und Markgrafenstraße; die abgerundete Südostecke markiert die Kreuzung. Im Erdgeschoss befinden sich Läden wie der dm-drogerie markt und das Servicecenter der Leipziger Verkehrsbetriebe, in den Obergeschossen Büros und zwei Physiotherapien, sodass sich die Zugänge je nach Nutzung unterscheiden.
Die vergoldete Merkurfigur mit Flügelhelm, Flügelschuhen und Hermesstab stand auf der Eckturms Pitze des historistischen Kaufhauses, das Arwed Roßbach für August Polich errichtete; der Name überdauerte den Abriss von 1936. Die erste Rolltreppe Deutschlands, gebaut von Unruh & Liebig aus Penig, lief hier im Dezember 1898 an.
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