Klosterstollen Barsinghausen, Ehemaliges Steinkohlenbergwerk und Besucherbergwerk in Barsinghausen, Deutschland
Der Klosterstollen ist ein ehemaliges Steinkohlenbergwerk, dessen ab 1856 vorgetriebener Stollen leicht ansteigend etwa 1.380 Meter in den Deisterhang führt. Besucher fahren mit einer Grubenbahn von 600 mm Spurweite und Akkumulatorlokomotiven rund 1,38 km unter Tage, wo Geräte und Arbeitsweisen bei Streckenauffahrung und Kohlegewinnung vorgeführt werden. Über Tage sind der 1898 entstandene 750 m² große Zechensaal und eine Waschkaue mit Kleidung und Ausrüstung der Bergleute erhalten.
Der Stollen begann 1856 seine Tätigkeit als Kohleabbauanlage und wurde 1921 stillgelegt, diente dann aber noch bis 1957 als Belüftungsschacht. Diese lange Nutzungsdauer zeigt die Bedeutung des Bergbaus für die Region über mehr als ein Jahrhundert.
Der Name der Zeche verweist auf die Klosterkammer Hannover, der das Flurstück gehörte, in dem der Stollen ab 1856 vorgetrieben wurde. Bei Führungen werden der 750 m² große Zechensaal von 1898, der noch für Veranstaltungen dient, und eine Waschkaue mit der früher üblichen Kleidung und Ausrüstung der Bergleute gezeigt. Rund 30 Betreuer wechseln sich in der Besucherführung ab.
Besucher erhalten Schutzkleidung, Helme und batteriebetriebene Lampen für die Erkundung unter Tage. Die Führung dauert etwa zwei Stunden und kann für Menschen mit eingeschränkter Mobilität anspruchsvoll sein.
Der Wetterschacht Schnepfenflucht, ein 74 Meter tiefer Wetterschacht, liegt etwa 1310 Meter vom Mundloch entfernt und etwa 15 Meter neben dem Stollen. Bis 1897 wurde hier wie an den drei anderen Wetterschächten ein Wetterofen betrieben, um die Luft durch den Klosterstollen zu treiben. Als an einem anderen Schacht eine dampfgetriebene Ventilatoranlage die Arbeit übernahm, wurden die Wetteröfen demontiert und dieser Schacht geriet in Vergessenheit. Heute dient er als Notausstieg und wurde 2012 mit einem Gerüst und einer Umlenkrolle ausgestattet.
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