Stollenanlage im Kohnstein, Unterirdisches Tunnelsystem in Nordhausen, Deutschland
Die Stollenanlage im Kohnstein ist ein verzweigtes unterirdisches Tunnelnetz, das in den gleichnamigen Berg nahe Nordhausen in Thüringen getrieben wurde und aus mehreren langen Hauptstollen sowie zahlreichen Querstollen besteht. Die Gänge verlaufen auf verschiedenen Ebenen und verbinden große unterirdische Hallen, die in den Fels gehauen wurden.
Die ersten Stollen wurden ab 1917 zur Gewinnung von Gips in den Kohnstein getrieben, bevor das Gelände ab 1943 unter dem Decknamen Mittelwerk zur geheimen Produktion von V-Waffen umgebaut wurde. Für den Ausbau der Anlage wurden Häftlinge des neu gegründeten Konzentrationslagers Mittelbau-Dora unter extremen Bedingungen zur Arbeit gezwungen.
Die Stollenanlage im Kohnstein ist heute Teil der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora und zieht Besucher aus aller Welt an, die sich mit der Geschichte der Zwangsarbeit auseinandersetzen möchten. Wer durch die Stollen geht, sieht noch heute Spuren der ehemaligen Nutzung an den Wänden und Decken.
Der Besuch ist nur im Rahmen von Führungen möglich, die durch die zugänglichen Teile des Stollensystems führen. Da die Temperatur unter Tage das ganze Jahr über niedrig bleibt, empfiehlt sich wärmere Kleidung, unabhängig von der Jahreszeit.
In den Querstollen wurden gegen Ende des Krieges ballistische Raketen vom Typ V-2 montiert, die ersten Objekte ihrer Art, die jemals in industriellem Maßstab produziert wurden. Ein Teil der fertiggestellten Raketen wurde nach dem Krieg von US-amerikanischen Truppen sichergestellt und in die Vereinigten Staaten gebracht.
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