Schlosskapelle Herten, Gotische Kapelle im Schloss Herten, Deutschland
Die Schlosskapelle Herten steht auf dem Vorburgareal des Schlosses Herten, nicht auf einer Insel im Burggraben. Sie ist ein Ziegelbau mit weißem Außenanstrich, Spitzbogenfenstern, niedrigen Strebepfeilern an Längsseiten und Chor sowie einem schiefergedeckten Dach mit kleinem, von einem Kreuz bekröntem Dachreiter. Der Portalvorbau an der Giebelfront trägt die Jahreszahl 1747; das freistehende Portal am Zuweg, ein Entwurf Johann Conrad Schlauns von 1735, war das Hauptportal des Grimberger Schlosses und steht seit den 1960er Jahren hier. Innen besitzt die Kapelle eine dreischiffige Halle über zwei Jochen mit Kreuzrippengewölben auf Säulen und Wandkonsolen sowie einen einjochigen Chor mit 5/8-Schluss.
Die Kapelle geht auf 1328 zurück, als Wennemar von Grimberg dort Memorien stiftete; um 1560 ließ Heinrich Knipping den Innenraum im Stil der Renaissance erneuern. 1907 verkaufte die Familie Droste zu Vischering Schloss Grimberg für den Grimberger Hafen, 1908 ließ sie die Kapelle Stein für Stein abbauen und auf der Vorburg von Schloss Herten wieder aufbauen. Es folgten Kriegsschäden und Bergschäden; 1974 übernahm der LWL die Anlage, 1980 war die Kapelle nach der Restaurierung wieder zugänglich.
Bis Mitte 2004 nutzte die griechisch-orthodoxe Gemeinde Hertens die Kapelle; seit September 2004 dient sie Veranstaltungen der evangelischen Seelsorge der LWL-Klinik. Ehrenamtliche sorgen für regelmäßige Öffnung, genutzt wird sie für Trauungen und Taufen. Die Epitaphe von Bertram von Nesselrode und Lucia von Hatzfeld, 1680/81 von Johann Mauritz Gröninger aus Baumberger Sandstein geschaffen, stammen aus der alten Hertener Pfarrkirche.
Der Zugang zur Kapelle erfolgt durch Führungen, die das Schloss Herten umfassen und Informationen zu den architektonischen Besonderheiten vermitteln. Besucher sollten sich bei der Schloss-Administration nach aktuellen Besuchszeiten und Öffnungsbedingungen erkundigen.
Das freistehende Portal am Zuweg zur Kapelle war ursprünglich das Hauptportal des Grimberger Schlosses und ein Entwurf von Johann Conrad Schlaun aus dem Jahr 1735. Es steht seit den 1960er Jahren an seinem heutigen Platz. Der Portalvorbau der Kapelle trägt die Jahreszahl 1747, die vermutlich das Ende der Umbauarbeiten unter Schlaun angibt.
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