St. Marien, Pfarrkirche in Weißenfels, Deutschland.
St. Marien ist eine spätgotische Hallenkirche am Weißenfelser Marktplatz, deren Chor den Platz nach Osten mit einem fünfseitigen Polygon aus rauen grauen und braunen Steinblöcken, hohen Maßwerkfenstern und dunklen Strebepfeilern abschließt. Der hellgelbe Westturm trägt eine dunkle Zwiebelhaube mit Spitze; Langhaus und Chor liegen unter steilen grauen Dächern mit einem spitzen Dachreiter.
1158 erstmals als Kirche der Marktsiedlung erwähnt, wurde sie 1351 geweiht. Die Hussiten zerstörten 1430 den mittelalterlichen Bau; der spätgotische Chor wurde zuerst begonnen, das fünfjochige Langhaus folgte ab 1455/56. Der Turm erhielt zwischen 1530 und 1535 ein Walmdach, und nach dem Stadtbrand von 1718 wurde 1718–1722 ein pilastergegliederter barocker Aufsatz errichtet.
Die Kanzel, 1673 bis 1674 von Andreas Griebenstein mit den Malern Christian Hoffmann und Johann Christoph Goldner geschaffen, trägt am Korb aus Sandstein Hochreliefs des Salvators und der vier Evangelisten. Die Treppenbrüstung zeigt den Guten Hirten und eine spiegelverkehrte Ansicht von Weißenfels vor dem Stadtbrand von 1718. Die bemalten Emporenbrüstungen stellen Szenen aus dem Alten und Neuen Testament dar.
Die Kirche steht am Marktplatz, ihr Chor ist dem Platz zugewandt, der Turm liegt zurück an der Marienkirchgasse. Der Zugang erfolgt über die Kielbogenportale an der Nord- und Südseite des Langhauses. Im Inneren rahmen die Emporen der Seitenschiffe und die Westempore den Blick zum Chor.
Die Ladegast-Orgel hat 41 Register auf drei Manualen und Pedal. Eule Orgelbau aus Bautzen sanierte sie 2018 bis 2021 und stellte die ursprüngliche Disposition wieder her. Außerdem birgt die Kirche eine kleine Orgel mit vier Registern, die Eule 1953 baute und im südlichen Seitenschiff aufstellte.
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