Gleishalle des Paketpostamtes, Güterschuppen in Neuhausen, München, Deutschland
Das Briefzentrum München, offiziell „Gleishalle des Paketpostamtes“, ist eine freitragende Halle aus Betonfertigteilen, die 1965 bis 1969 nordöstlich der Friedenheimer Brücke errichtet wurde. Ihr gefaltetes Tonnengewölbe überspannt 146,8 Meter, ist 27,3 Meter hoch und 124 Meter lang und besteht aus 1584 gleich großen Fertigteilen; die Schale dient zugleich als Tragwerk und Gebäudehülle.
Das Gebäude wurde zwischen 1965 und 1969 errichtet und war zum Zeitpunkt seiner Fertigstellung die weltweit längste Halle aus vorgefertigten Betonteilen. Es entstand als Antwort auf das steigende Postaufkommen der Nachkriegszeit und dokumentiert den technologischen Optimismus dieser Epoche.
Offiziell hieß die Halle „Gleishalle des Paketpostamtes“. Ihre gefaltete Schale rief Dinosaurier-Vergleiche hervor: Der Kritiker Gerhard Matzig verglich das Betongerippe mit einem im Sand lauernden Ungetüm der Saurierzeit, Ira Mazzoni nannte sie ein technisches Wunder ihrer Zeit. Die Schale ist im Verhältnis dünner als eine Eierschale: 1:375 gegenüber 1:75.
Die Halle steht nordöstlich der Friedenheimer Brücke nahe dem Münchner Hauptbahnhof; das umliegende Areal wird nach Plänen von Herzog & de Meuron neu entwickelt. Im 20.000 m² großen Innenraum steht seit 1997 eine Stahlfachwerkhalle für die Briefsortierung, sodass sich die Betonschale vor allem von außen betrachten lässt.
Die Konstruktion nutzte ein revolutionäres System von vorgefertigten Betonelementen, das unter der Leitung von Strukturingenieurs Ulrich Finsterwalder entwickelt wurde. Diese Bautechnik war bahnbrechend und setzte neue Standards für industrielle Bauweisen in der Architektur der 1960er Jahre.
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