Rathaus, Gotisches und Renaissance-Rathaus in Rothenburg ob der Tauber, Deutschland.
Das Rathaus von Rothenburg ob der Tauber besteht aus zwei parallelen, dreigeschossigen Trakten aus Quadermauerwerk unter steilen Satteldächern, die durch Höfe getrennt sind. Am Marktplatz steht ein achteckiger Treppenturm, an der Südostecke ein Erker. Am Westgiebel erhebt sich der um 1200 begonnene Wachturm, der 1555/58 seine heutige Form erhielt; 1681 wurde dem Marktplatz ein Laubengang vorgesetzt.
Das Gebäude wurde erstmals 1250 als gotisches Rathaus errichtet und erhielt durch die Renaissance-Erweiterung von 1572 seine heutige charakteristische Erscheinung. Während Rothenburgs Zeit als Freie Reichsstadt bis 1803 diente es als Verwaltungszentrum und Symbol der städtischen Unabhängigkeit.
Jeden Abend erscheint am Rathaus auf dem Marktplatz ein Nachtwächter mit Laterne, geht seine Runde und erzählt dabei Stadtlegenden. Am Gebäude befindet sich zudem eine mechanische Uhr, deren Figuren die Tat des Bürgermeisters Nusch nachspielen: 1631 soll er die Stadt vor den Truppen des Feldmarschalls Tilly gerettet haben, indem er einen Becher mit dreieinviertel Litern Wein in einem Zug leerte.
Die Aussichtsplattform auf dem fast 61 Meter hohen Turm erreicht man über eine Wendeltreppe; sie ist von 9:30 bis 12:30 und von 13:00 bis 17:00 Uhr geöffnet und bietet Blick auf Stadt und Taubertal. Die mittelalterlichen Verliese im Rathauskeller sind von 09:00 bis 18:00 Uhr zugänglich.
Auf der Weltausstellung 1893 in Chicago ließ sich Architekt Karl Hoffacker für das „Deutsche Haus“ in Teilen vom Turm des Rothenburger Rathauses leiten. Es blieb als eines von nur vier Häusern nach dem Ende der Ausstellung bestehen.
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