Mariä Opferung, Abteikirche auf Fraueninsel, Chiemsee, Deutschland.
Das Münster Frauenchiemsee ist eine Kirche auf der Fraueninsel im Chiemsee in Bayern, mit einem freistehenden Glockenturm neben dem Hauptgebäude. Der Bau zeigt romanische und gotische Stilelemente, die über die Jahrhunderte hinweg sichtbar sind.
Das Kloster wurde um 772 gegründet und war eines der frühesten Frauenklöster im deutschsprachigen Raum. Über Generationen hinweg wurde die Kirche mehrmals umgebaut und erweitert, bis sie die heutige Form annahm.
Die Kirche ist Mariä Opferung, dem Tempelgang Mariens, geweiht. Seit der Seligsprechung 1929 wird Irmgard von Chiemsee in der unteren Kapelle verehrt, wohin ihre Gebeine in einen gläsernen Schrein unter dem Altar umgebettet wurden; die Tochter König Ludwigs des Deutschen wirkte um 850 als erste namentlich bekannte Äbtissin und starb 866 hier. Die Rokokofresken der Maria-Mitleid-Kapelle zeigen Mitglieder der 1713 gegründeten Marienbruderschaft.
Das Kloster ist nur per Boot vom Festland erreichbar, mit regelmäßigen Fährverbindungen während der Saison. Besucher sollten beachten, dass die Insel klein ist und ein ruhiger, bedächtiger Spaziergang das Beste ist.
Der freistehende Glockenturm ist von Grund auf achteckig und misst 8,80 Meter im Durchmesser, was für einen solchen Bau ungewöhnlich ist. Vermutlich entstand er in der zweiten Hälfte des 10. oder im 11. Jahrhundert als Wehr- und Fluchtturm, worauf die regelmäßigen, nach allen Seiten gerichteten Fensterluken hindeuten. Erst später wurde er erhöht und zum Glockenturm ausgebaut; seine Zwiebelhaube erhielt er nach mehreren Bränden Ende des 16. Jahrhunderts.
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