St. Willehad, Lutherische Kirche in Groß Grönau, Deutschland.
St. Willehad ist eine einschiffige Backsteinkirche aus dem mittleren 13. Jahrhundert. Der kastenförmige Chor, kurz vor 1230 in die Frühgotik datiert, hat ein mit Quadern und Rauten bemaltes Kreuzrippengewölbe, Ecklisenen, einen Fries und einen Giebel mit Blendmustern sowie eine östliche Dreifenstergruppe. Das dreijochige Schiff besitzt vier kräftige Stützpfeiler; ein Fachwerk-Westturm mit achtseitigem Helm wurde zwischen 1698 und 1705 angefügt.
Groß Grönau erscheint als „Gronowe“ im Ratzeburger Zehntregister von 1230, als der Ort noch zur Parochie Krummesse gehörte; wenig später war er ein selbständiges Kirchspiel. Die Backsteinkirche entstand im mittleren 13. Jahrhundert, ihr Kastenchor mit geradem Abschluss wird in die Frühgotik kurz vor 1230 datiert. Das Kreuzgewölbe des Schiffes stürzte in der Nacht vom 18. Juni 1737 ein; danach wurden die Außenmauern erhöht und eine flache Holzbalkendecke eingezogen.
Die Kirche trägt den Namen Willehads, des Missionars aus dem 8. Jahrhundert, der 788 erster Bremer Bischof wurde. Das östliche Südfenster neben der Kanzel zeigt acht Wappen und Hausmarken früherer Besitzer des Gutes Tüschenbek, darunter von 1607, 1608 und 1664, oben bekrönt vom Gildeemblem der Stecknitzfahrer. Das westliche Nordfenster wurde am Ewigkeitssonntag 1955 zum Gedenken an die Kriegsopfer gestiftet und zeigt die Wappen von Ost- und Westpreußen, Pommern, Lauenburg und Lübeck.
Die Kirche steht auf flachem Gelände in Groß Grönau südlich von Lübeck; der Westturm ist der Straße zugewandt, der Chor mit der östlichen Dreifenstergruppe liegt am anderen Ende. Das Südportal des Chores öffnet sich in einem neueren Vorhaus. Innen sind die flache Holzbalkendecke und die Umgestaltung von 1934 zu sehen; die damals wiederentdeckten 17 Weihekreuze befinden sich noch an den Wänden.
Bei der Instandsetzung 1934 wurden 17 Weihekreuze wiederentdeckt und wiederhergestellt; ursprünglich waren es wohl 18, zwölf im Langhaus und sechs im Chor. Die älteste, vermutlich gotische Fassung des Kreuzes an der östlichen Chorwand weicht in Form und Farbe von der heutigen Ausführung ab.
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