Dresdner Totentanz, Steinrelief in der Dreikönigskirche, Dresden, Deutschland
Der Dresdner Totentanz ist ein Sandstein-Relief in der Dreikönigskirche, das eine Prozession von Figuren darstellt, angeführt von einer Gestalt des Todes, die ein Blasinstrument spielt. Das Werk nimmt einen dedizierten Platz unter der Orgelempore ein und zeigt kunstvolle Details in der Ausarbeitung jeder einzelnen Figur.
Christoph Walther I schuf den Sandsteinfries um 1534 für die Fassade des Georgentors, das Herzog Georg der Bärtige 1533 bis 1535 umbauen ließ. Beim Schlossbrand 1701 beschädigt, wurde er abgenommen und 1721 von August dem Starken der Dreikönigskirche geschenkt, 1737 dann an die Mauer des Inneren Neustädter Friedhofs versetzt. 1974 geborgen und ab 1984 saniert, wurde er 1990 gegenüber dem Altar angebracht.
Das Relief zeigt Menschen aus verschiedenen Ständen - Geistliche, Adlige und einfache Bürger - nebeneinander, was verdeutlicht, dass der Tod alle Menschen gleich behandelt, unabhängig von ihrem sozialen Rang oder ihrer Herkunft.
Der Fries hängt gegenüber dem Altar unter der Orgelempore; er wurde in der Endphase des Kirchenwiederaufbaus 1990 hinterlüftet und reversibel angebracht. Bei 12,50 Metern Länge und 1,20 Metern Höhe liest man die Figuren am besten, indem man an ihm entlanggeht, statt an einer Stelle stehen zu bleiben.
1974 wurde der Fries geborgen und im Institut für Denkmalpflege eingelagert, 1990 dann gegenüber dem Altar wieder angebracht. Im Dezember 2020 gestaltete Jens Besser die Außenmauer des Inneren Neustädter Friedhofs, eines früheren Standorts, mit Graffiti nach Motiven des Totentanzes; der Stadtbezirksbeirat Neustadt stellte dafür 17.200 Euro bereit.
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