St. Michaelskapelle, Mittelalterliches Kirchengebäude in Marburg, Deutschland.
Die Kapelle St. Michael ist ein mittelalterliches Kirchengebäude in Marburg mit gotischen Merkmalen wie spitzem Dach, Bögen und Fenstern aus verschiedenen Zeiten. Der Innenraum zeigt Steinmetzarbeiten und Verzierungen, die zeigen, wie geschickt Handwerker diesen Ort gestaltet haben.
Der Deutsche Orden erbaute die Kapelle 1268, und sie wurde im selben Jahr in einer Urkunde des Mainzer Erzbischofs Werner von Eppstein erstmals erwähnt; die Weihe erfolgte am 30. April 1270 durch Dietrich von Wierland. Nach der Reformation fiel sie an die Stadt Marburg und verfiel, diente als Heu- und Holzlager. Ab 1583 begann die Restaurierung mit Förderung des Marburger Professors Petrus Nigidius; die heutige Dachkonstruktion und der Dachreiter stammen aus dieser Zeit.
Im Volksmund heißt die Kapelle „Marburger Michelchen“. Von 1476 bis 1526 nutzte die Marburger Rosenkranzbruderschaft sie für sonntägliche Gottesdienste, bis zur Reformation diente sie zudem als Hospitalkapelle. Die Glocke, die ein in das Schiff hängendes Seil läutet, musste ab 1653 für die Gottesdienste der Pfarrkirche schlagen, nachdem deren Glocke im Dreißigjährigen Krieg zerstört worden war.
Die Kapelle steht westlich der Elisabethkirche auf einer kleinen Anhöhe unterhalb der Augustenruhe, oberhalb der Kreuzung von Elisabethstraße und Ketzerbach, und ist über den Friedrich-Siebert-Weg erreichbar. Der Eingang liegt auf der Südseite, die Nordtür ist zugesetzt. Der Boden besteht aus unebenem Stein mit alten Grabplatten, daher ist auf den Tritt zu achten.
Die Glocke der Kapelle wurde ab 1653 verliehen: Nachdem die Glocke der Pfarrkirche im Dreißigjährigen Krieg zerstört worden war, läutete sie für deren Gottesdienste. Ein in das Schiff hängendes Seil lässt sie noch heute erklingen. Der Dachreiter von 1583 mit welscher Haube wurde 2020 für rund 250.000 Euro saniert.
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