St. Stephan, Benediktinerabtei in Augsburg, Deutschland.
Kirche St. Stephan ist eine ehemalige Benediktinerabtei und Kirchengebäude im Zentrum von Augsburg, Bayern. Der Bau besitzt einen markanten Glockenturm, massive Steinmauern und einen Innenhof, der das Kirchenschiff mit den angrenzenden Klostergebäuden verbindet.
Bereits vor der Gründung des Kanonissenstifts 969 stand hier eine dem heiligen Stephanus geweihte Kirche; die ursprüngliche dreischiffige Pfeilerbasilika mit zwei Westtürmen wurde auf römischen Grundmauern errichtet und nach Bränden mehrfach neu gebaut. 1310 inkorporierte Bischof Friedrich I. die Pfarrei dem Stift. Äbtissin Beata von Welden ließ die Kirche 1755–1757 unter dem Architekten Franz Xaver Kleinhans im Rokokostil umbauen. Ein Luftangriff zerstörte 1944 Kirche und Kloster; die äußere Gestalt wurde weitgehend wiederhergestellt, der Innenraum bis 1966 vollendet.
Der Name verweist auf den heiligen Stephanus, dem schon vor der Gründung des Kanonissenstifts 969 ein Gotteshaus an dieser Stelle geweiht war. Die daraus entstandene Pfarrei ist ab 1169 belegt und wurde 1310 dem Stift inkorporiert, wobei die Äbtissin den Pfarrer bestimmte. Seit 1835 versehen wieder Benediktiner den Dienst an der Kirche.
Der Eingang zur Kirche liegt am Stephansplatz, der gut zu Fuß vom Augsburger Stadtzentrum erreichbar ist. Ein Besuch lohnt sich zu ruhigen Tageszeiten, wenn keine Gottesdienste stattfinden, um den Innenraum in Ruhe zu erkunden.
Das spätgotische Kruzifix von 1495 im Chorraum, das Michel Erhart zugeschrieben wird, ist eine Leihgabe des Heilig-Geist-Spitals. Im Chorumgang liegen zahlreiche Grabplatten aus dem 14. und 15. Jahrhundert; aus der Rokokozeit erhalten sind nur das Abschlussgitter und der zugehörige Apostelleuchter.
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