St. Stephanus, Evangelische Kirche in Kleinosterhausen, Lutherstadt Eisleben, Sachsen-Anhalt, Deutschland
St. Stephanus in Kleinosterhausen ist eine einschiffige Kirche mit romanischem Kern und barocker Überformung. Der Ostturm besitzt unten einen Chorraum mit schlichtem Kreuzgewölbe, darüber eine oktogonale Glockenstube mit schiefergedeckter welscher Haube und Laterne. Das rechteckige Langhaus ist verputzt, hat ein Satteldach und große rundbogige Fenster; der Turm besteht aus rauem hellem Stein mit einer kleinen runden Öffnung nahe der Spitze.
Um 1180 entstand eine erste Kapelle auf dem Wirtschaftshof des Zisterzienserklosters Sittichenbach als Filiale dieser Abtei. 1239 ersetzte sie eine größere Holzkirche, um 1260 folgte der romanische Steinbau als Chorturmkirche. Um 1500 wurde die romanische Apsis entfernt; 1701 wurde das Schiff vergrößert und eine oktogonale Glockenstube mit welscher Haube auf den Turm gesetzt, wobei St. Stephanus Filialkirche von St. Wigbert in Großosterhausen wurde. Zwischen 1701 und 1714 entstand die barocke Innenausstattung, um 1930 wurde die Ausmalung schlicht erneuert, 1976/77 das gesamte Bauwerk restauriert.
Der Name verweist auf den heiligen Stephanus, den ersten christlichen Märtyrer. Die eingeschossige Empore umfasst L-förmig den Raum und schwingt im Westen balustradenartig nach vorn; ihre Flachfelder tragen Bibelworte und florale Ornamentik. Der Kanzelaltar hat geschnitzte Seitenwangen, am Kanzelkorb ist ein Lorbeerkranz aufgemalt.
Die Kirche ist baulich gesichert, wird aber kaum genutzt; der Zugang ist daher nicht gewährleistet. Vereinbaren Sie einen Besuch vorab mit der Kirchengemeinde Osterhausen im Kirchspiel Querfurt. Das Gebäude steht in Kleinosterhausen, einem Ortsteil der Lutherstadt Eisleben, davor verläuft ein Metallzaun auf niedrigem Ziegelsockel.
Die beiden Glocken wurden nach dem Ersten Weltkrieg vom Bochumer Verein für Gussstahlfabrikation in UMS-Rippe gegossen; sie hängen an geraden Holzjochen und läuten in der Tonfolge a′ – c″. Die Orgel über der Westempore ist ein mechanisches Instrument von Friedrich Wilhelm Wäldner aus Halle mit neun Registern auf einem Manual und Pedal, darüber stehen zwei Keilbälge.
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