Astronomische Uhr, Astronomische Uhr im Sankt-Paulus-Dom, Münster, Deutschland
Die Astronomische Uhr im Paulusdom ist ein mechanisches Werk mit einem Zifferblatt, das sich entgegen dem Uhrzeigersinn dreht und dem Weg der Sonne folgt, mit sieben Zeigern für die Positionen der Planeten nach ptolemäischem Verständnis. Das Werk wird durch Zahnräder, Walzen und kunstvoll bemalte Scheiben angetrieben, die ein vollständiges System der Himmelsbewegung darstellen.
Das Werk wurde zwischen 1540 und 1542 vom Drucker Dietrich Tzwyvel, dem Franziskaner Johann von Aachen und dem Schlosser Nikolaus Windemaker geschaffen und ersetzte eine frühere Uhr, die 1534 zerstört worden war. Diese Rekonstruktion folgte einer Phase der Zerstörung und stellte die astronomische Funktion des Doms wieder her.
Das Zifferblatt zeigt die Heiligen Drei Könige, die mittags vor Maria und dem Jesuskind niederknien, während bemalte Münsteraner Bürger vom Balkonrand aus zusehen. Diese Szene verbindet religiöse Verehrung mit lokaler Identität an einem zentralen Ort des Doms.
Der Besuch kann jederzeit während der Öffnungszeiten der Kathedrale erfolgen, und das Werk ist von innen sichtbar. Spezielle Führungen und Workshops bieten tiefere Einblicke in die technische Funktionsweise und Konstruktion des Mechanismus.
Das Werk enthält eine Kalenderscheibe, die Osterdaten bis zum Jahr 2071 berechnen kann, was zeigt, wie genaue Berechnungen für diesen beweglichen Feiertag bereits vor Jahrhunderten möglich waren. Zusätzlich drehen sich hölzerne Tafeln, auf denen für jeden Wochentag die Planetenherrscher verzeichnet sind, ein Detail das wenige Besucher bemerken.
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