Magnetsteine, Naturdenkmal in Nieder-Beerbach, Deutschland
Magnetsteine ist eine Felsgruppe, die sich entlang des Bergrückens bei 419,7 Metern Höhe im Odenwald erstreckt. Die Klippen und einzelnen Steinblöcke liegen verstreut zwischen Bäumen und bieten vom Kamm aus Ausblicke ins umgebende Waldgebiet.
Das Gestein ist ein dunkler, olivinreicher Diallag-Peridotit (Wehrlit), der vor etwa 360 Millionen Jahren in der Tiefe entstand und nicht durch Vulkanausbrüche. 1888 untersuchten der Geologe Achilles Andreae und der Physiker Walter König die Steine eingehend und wiesen Olivin und Diallag als primäre, Serpentin und Magnetit als sekundäre Gemengteile nach. Die magnetische Anomalie war bereits 1808 in den Annalen der Physik beschrieben worden. Per Verordnung vom 4. Mai 1938 wurde der Ort als Naturdenkmal geschützt.
Der Name Magnetsteine rührt vom messbaren Magnetfeld der Felsen her, das 1808 in den Annalen der Physik als „neue magnetische Gebirgsart“ beschrieben wurde. Einzelne Felsen tragen Namen, darunter Brohmfels, Becker-Felsen und Magnet-Stein. Die bis zu acht Meter hohen Klippen am Brohmfels werden zum Klettern genutzt, das Anbringen neuer Sicherungen ist dort jedoch untersagt.
Wanderwege vom Parkplatz bei Burg Frankenstein führen durch den Wald hinauf zu den Felsgruppen, wobei der Alemannenweg entlang der Steine verläuft. Ein Kompass kann die magnetischen Effekte direkt vor Ort zeigen, wenn man ihn nahe an die Felsen hält.
Blitzeinschläge erhitzten das Gestein über 570 Grad Celsius und veränderten die Mineralstruktur dauerhaft, sodass sich ein natürliches Magnetfeld bildete. Die Kompassnadel weicht bis zu 30 Grad von Nord ab, wenn man sich den Steinen nähert.
Die Community neugieriger Reisender
AroundUs vereint tausende ausgewählte Orte, lokale Tipps und versteckte Schätze, täglich bereichert von über 93.145 Mitwirkenden weltweit.