Schloss Offenstetten, Mittelalterliches Schloss in Offenstetten, Deutschland
Schloss Offenstetten ist ein dreigeschossiger Vierflügelbau mit dreiviertelrunden Ecktürmen, die sich nach oben verjüngen und in einem vierten polygonalen Geschoss mit Zwiebelkuppeln enden. Ein kleiner überkuppelter Dachreiter im Süden deutet die Lage der 1877 aufgelassenen Schlosskapelle an. Der Schlossgraben und der Schlosspark sind erhalten; zwei Wirtschaftstrakte südlich des Schlosses stammen aus dem 17./18. Jahrhundert.
Die Herren von Offenstetten sind ab 1097/98 belegt, als Aribo de Ouinstetin Besitz an das Kloster Weltenburg schenkte. Die Reihe endete mit Jörg, einem unehelichen Sohn Degenharts, der 1493 genannt wird; die Ehe der Witwe mit Wolfgang Schmiechen blieb kinderlos, und Offenstetten wurde an die Brüder Preysing verkauft. Die mittelalterliche Wasserburg wurde im Dreißigjährigen Krieg zerstört, und Georg Caspar Emmanuel von Frönau ließ zwischen 1694 und 1696 das heutige Schloss errichten.
Die Schlosskapelle, auf die der kleine überkuppelte Dachreiter im Süden hinweist, wurde 1877 aufgelassen. Das Gebäude diente später als Schule und beherbergt heute ein Förderzentrum. Der Umbau von 1921 fügte ein großes Treppenhaus und mehrere Säle hinzu, während in einigen Räumen Stuckaturen des frühen und späten 18. Jahrhunderts erhalten sind.
Das Gelände dient heute als spezialisierte Einrichtung für Kinder und junge Menschen mit besonderem Förderbedarf und funktioniert als Cabrini-Zentrum. Besucher sollten vorab prüfen, ob Besichtigungen möglich sind, da das Gebäude als Bildungs- und Unterstützungszentrum genutzt wird.
Napoleon Bonaparte besuchte das Schloss am 20. April 1809 während eines seiner militärischen Feldzüge in der Region. Der kurze Besuch ist ein oft übersehenes Detail, das die historische Bedeutung des Ortes für die bayerischen Eliten unterstreicht.
Die Community neugieriger Reisender
AroundUs vereint tausende ausgewählte Orte, lokale Tipps und versteckte Schätze, täglich bereichert von über 93.120 Mitwirkenden weltweit.