Herz-Jesu-Kirche, Katholische Kirche in Bocholt, Deutschland.
Die Herz-Jesu-Kirche war eine katholische Pfarrkirche an der Klausenerstraße in Bocholt, 1959–1960 nach einem Entwurf von Heinrich Bartmann erbaut und 2020 abgebrochen. Ihre dunklen Ziegelfassaden waren von Rastern quadratischer Beton-Glas-Öffnungen durchbrochen, und fünf flach geneigte Giebel von etwa 27 Grad schlossen das breite Schiff ab. Asymmetrisch an der Westseite stand ein kräftiger Turm, der wie ein Wächter am Eingang wirken sollte.
Geplant ab 1957, als Heinrich Bartmann den Wettbewerb für ein neues Zentrum in Giethorst gewann, wurde die Kirche im April 1959 begonnen und am 30. Oktober 1960 durch Weihbischof Heinrich Baaken geweiht. Sie kostete 600.000 DM. 2008 fusionierten die Gemeinden Herz-Jesu, Heilig Kreuz und Liebfrauen; die letzte Messe wurde am 22. September 2019 gefeiert, im November 2020 folgte der Abbruch.
Der Name der Kirche verweist auf die Verehrung des Herzens Jesu, eine in der katholischen Tradition wichtige Andachtsform. Die Gemeinde nutzte den Innenraum für Gottesdienste und Andachten, wobei die künstlerische Ausstattung wie das Triumphkreuz von Heinrich Lückenkötter zentrale Blickpunkte bildete.
Das Gebäude funktionierte als Pfarrzentrum mit angrenzenden Einrichtungen wie Pfarrhaus, Gemeindehaus und Kindergarten, bevor es im September 2019 geschlossen wurde. Besucher sollten beachten, dass das Gebäude heute nicht mehr zugänglich ist.
Spöttisch wurde die Kirche wegen des shedhallenartigen Dachs „Herz-Jesu-Fabrik“ genannt, die Rede war von „Messen unterm Fabrikdach“. Architekt Heinrich Bartmann entgegnete: „Wenn Menschen ihren Glauben feiern, bedenken sie dabei ihr tägliches Leben.“ Andere kritisierten die „bunt leuchtenden Fenster“ und „Orgelpfeifen, die nur Attrappen sind“.
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