Lungenheilstätte Kolkwitz, Medizinisches Denkmal in Kolkwitz, Deutschland.
Das Klinikum Kolkwitz ist eine ehemalige Lungenheilstätte in Kolkwitz, Brandenburg, die zwischen 1898 und 1900 nach Plänen von Theodor Goecke erbaut wurde. Die dreigeschossigen Backsteingebäude mit Fachwerkteilen und Walmdächern sind überwiegend neugotisch; das Hauptgebäude hat zwei oktogonale Türme mit einer sichtbaren Uhr auf der Gartenseite, und eine quadratische Kapelle mit Kreuzrippengewölbe ist an der Hofseite angebaut.
Die Landesversicherungsanstalt Brandenburg ließ die Heilstätte auf einem von Cottbus geschenkten Grundstück errichten; die Grundsteinlegung erfolgte am 2. August 1898, die Einweihung am 13. Juni 1900. Zunächst bot sie 65 Plätze für Textilarbeiterinnen. In den 1950er Jahren war sie mit etwa 300 Betten die größte Tuberkuloseheilstätte der DDR. Nach dem Rückgang der Tuberkulose wurde sie 1972 zur Rehaklinik.
Die an den Hof angebaute Kapelle hat ein Kreuzrippengewölbe und eine halbrunde Apsis mit spitzbogigen Fenstern; in die Türeinfassungen sind Bibelsprüche über Krankheit eingearbeitet, etwa „Ich bin krank“. Die Gartenseite flankieren zwei oktogonale Türme mit Haube und Laterne, einer trägt eine Turmuhr. Der Krankenhauspark entstand nach Plänen von Georg Bleyer, der auch am Branitzer Park mitwirkte.
Das Gelände ist ein Baudenkmal und steht seit dem Umzug der orthopädischen Fachabteilung nach Cottbus im Dezember 2007 leer. Der 2010 gegründete Verein Urb Explorer organisiert nach Anmeldung Fototouren durch die Bauruinen. Am 21. Oktober 2021 zerstörte ein Brand große Teile des Dachstuhls eines Nebengebäudes, daher können Bereiche gesperrt sein.
Fast alle Ecken und Kanten im Inneren waren abgerundet, um die Ablagerung von Keimen zu verringern, und es galten strengste Sauberkeitsregeln. Auf der Hofseite ist eine quadratische Kapelle mit Kreuzrippengewölbe und halbkreisförmiger Apsis angebaut; in die Türeinfassungen sind Bibelsprüche über Krankheit eingearbeitet.
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