Herschelstraße 31, Hannover, Historisches jüdisches Wohnhaus in Mitte, Deutschland
Herschelstraße 31 ist ein fünfgeschossiges Backsteingebäude mit einem Haupttrakt und zwei Seitenflügeln in der Hannoverschen Innenstadt. Die Erdgeschosszone war ursprünglich für kommerzielle Nutzung vorgesehen, während die oberen Etagen als Wohnraum dienten.
Das Anwesen ging 1899 an Theodor Borchers über und gehörte später dem Spielwarenhändler Moritz Klompus. Ab September 1941 machte die NS-„Aktion Lauterbacher“ das Haus zu einem von 16 sogenannten „Judenhäusern“ in Hannover; zunächst wohnten dort rund 70 Menschen, im Dezember 1941 etwa 150. Bei den Luftangriffen in der Nacht vom 8. auf den 9. Oktober 1943 wurde das Gebäude völlig zerstört; ein Nachkriegsneubau beherbergt heute den SoVD.
Das Haus wurde nach der im September 1941 vom Gauleiter Hartmann Lauterbacher eingeleiteten „Aktion Lauterbacher“ eines von 16 sogenannten „Judenhäusern“ in Hannover. Rund 70 Juden aus anderen Privatwohnungen wurden dorthin zwangseingewiesen, bis Dezember 1941 stieg ihre Zahl auf etwa 150. Norbert Prager, später Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Hannovers, teilte sich ein Zimmer mit sieben weiteren Männern. 2024 wurde eine Gedenktafel an der Fassade der SoVD-Landesgeschäftsstelle angebracht.
An der Stelle steht heute ein Nachkriegsneubau, in dem der SoVD Landesverband Niedersachsen sitzt; die Büros sind nicht für Besucher geöffnet. 2024 wurde an der Fassade eine Gedenktafel angebracht, die von der Straße aus zu lesen ist. Das Gebäude liegt im Stadtteil Mitte, nahe dem Hauptbahnhof.
Das Gebäude wurde bei den Luftangriffen vom 8. auf den 9. Oktober 1943 zerstört; eine Fotografie im Historischen Museum Hannover zeigt die Ruine, über deren ausgebranntem Erdgeschoss die erhaltenen Buchstaben „H. ITTE“ für das Korbwarengeschäft von Heinrich Ritter zu erkennen sind. Die zwangsweise Untergebrachten retteten sich auf die brennende Straße und blieben kurzzeitig obdachlos.
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