Herschelstraße 31, Hannover, Historisches jüdisches Wohnhaus in Mitte, Deutschland
Herschelstraße 31 ist ein fünfgeschossiges Backsteingebäude mit einem Haupttrakt und zwei Seitenflügeln in der Hannoverschen Innenstadt. Die Erdgeschosszone war ursprünglich für kommerzielle Nutzung vorgesehen, während die oberen Etagen als Wohnraum dienten.
Das Gebäude wurde im 19. Jahrhundert als Wohnkomplex mit gewerblichen Räumen erbaut und prägte lange Zeit das Bild der Straße. Ab 1941 zwangen Behörden über 150 jüdische Menschen, hier in beengten Verhältnissen zu leben, bis zur Auflösung im Jahr 1943.
Der Name Herschelstraße erinnert an den Astronomen Wilhelm Herschel und prägt das Viertel schon lange. Heute zeigen Gedenksteine vor dem Gebäude, wer hier gelebt hat und welche Geschichten mit diesem Ort verbunden sind.
Das Gebäude beherbergt heute ein Büro einer sozialen Organisation und ist von außen zu sehen, wenngleich der Zugang zum Inneren nicht frei verfügbar ist. Die Gedenksteine an der Fassade können jederzeit betrachtet werden und liefern wichtige Informationen zur Geschichte des Ortes.
Die Familie Rosenstern floh aus Berlin und fand hier Unterkunft, was die überregionale Dimension dieser Fluchtbewegungen zeigt. Ruth Kleeberg, damals elf Jahre alt, überlebte die Bombardierungen 1943 in einem nahegelegenen U-Bahn-Tunnel, einer von vielen tapferen Menschen mit solchen Geschichten.
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