Richtstätte bei Ohrensen, Mittelalterliche Richtstätte bei Ohrensen, Deutschland
Die Richtstätte bei Ohrensen ist ein künstlich aufgeschütteter Hügel zwischen Ohrensen und Harsefeld im nördlichen Deutschland. Die Erhebung liegt etwas abseits der beiden Dörfer und ist heute von Feldern und niedrigem Bewuchs umgeben.
Am 31. Oktober 1842 wurde hier Anna Marlena Princk hingerichtet, die ihren Mann mit Arsen vergiftet hatte. Die Hinrichtung war die letzte öffentliche Vollstreckung dieser Art in der Gegend und markierte das Ende einer jahrhundertealten Praxis.
Der Name verweist auf die alte Bedeutung dieses Ortes als Hinrichtungsstätte, die damals außerhalb der Siedlungen lag. Solche Plätze zeigten den Dorfbewohnern die Grenzen zwischen Leben und Tod in einer Zeit, als Recht und Strafe öffentlich vollzogen wurden.
Der Hügel liegt im offenen Gelände zwischen zwei Dörfern und ist am besten zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu erreichen. Bei Ausgrabungen im Jahr 2020 wurden Überreste freigelegt, die heute wieder unter der Erde liegen.
Archäologen fanden einen mit Steinen beschwerten Sarg, was auf den Glauben hindeutet, dass die Tote sonst als Geist zurückkehren könnte. Der Sarg war nicht in der üblichen Ost-West-Richtung ausgerichtet, was zeigt, dass man die Verstorbene symbolisch ausschloss.
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