Heiligengeistkirche, Lutherische Kirche in Kiel, Deutschland
Die Heiligengeistkirche war eine dreischiffige Backsteinkirche von etwa 30 Metern Länge und nahezu quadratischem Grundriss mit kleinem eckigem Chor, gelegen zwischen Falckstraße und Klosterkirchhof am Alten Markt in Kiel. Als Kirche eines Bettelordens trug sie nur einen Dachreiter, den bei einem Umbau 1903/1904 ein Turm ersetzte. Zwei Sprengbomben zerstörten sie am 13. Dezember 1943 weitgehend; das Abtragen der Reste bis auf den Turm erfolgte 1947.
Graf Adolf IV. von Schauenburg gründete 1227 Kiel und ein Franziskanerkloster; die Klosterkirche wurde 1246 gebaut, war rund 30 Meter lang, dreischiffig und hatte einen kleinen eckigen Chor. Das Kloster wurde am 13. Oktober 1530 aufgelöst, und seit 1562 trug die frühere Klosterkirche den Namen Heiligengeistkirche nach dem Heiliggeist-Hospital für Arme und Sieche, das 1546 in die Gebäude einzog. 1881–1891 wurde sie im neugotischen Stil überformt, 1903/1904 erhielt sie erstmals einen Turm. Zwei Sprengbomben zerstörten sie am 13. Dezember 1943 weitgehend; die Reste bis auf den Turm wurden 1947 abgetragen.
Der Name Heiligengeistkirche, seit 1562 gebräuchlich, stammt vom Heiliggeist-Hospital, das 1546 in das aufgelöste Kloster einzog. Die Kirche diente den Armen und Kranken des Hospitals, während die Anwohner sie und die ab dem 16. Jahrhundert angebauten Grabkapellen bis ins 18. Jahrhundert als Begräbnisort nutzten. Seit 1665 war sie Universitätskirche; Theologieprofessoren und -studenten predigten hier bis 1868.
Die Kirche steht nicht mehr; erhalten sind nur der Kreuzgangflügel und der Klosterturm zwischen Falckstraße und Klosterkirchhof nahe dem Alten Markt. Der Ort ist eine offene, zentrale Stelle in Kiel, die man zu Fuß erreicht. Zu sehen sind die unter dem Kruzifix angebrachte Altarplatte und die bei der Gartenwiederherstellung 2001 freigelegten Fundamente.
Nur eine Glocke der Kirche ist erhalten: 1928 gegossen, hängt sie heute im Carillon des Klosterturms, des vereinfacht wiederhergestellten Turms des Kieler Klosters. Die Kirche wurde am 13. Dezember 1943 von zwei Sprengbomben getroffen, ihre Reste wurden 1947 bis auf den Turm abgetragen.
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