St. Mauritius, Brutalistische Kirche in Saarbrücken, Deutschland
St. Mauritius ist eine Brutalistische Kirche mit einem sechseckigen Grundriss, dessen Betonstützen sich in die Dachneigung verzweigen und ein abstraktes Rippengewölbe interpretieren. Der 37 Meter hohe Turm an der Westseite beherbergt vier große Portale, die den Zugang zum Kirchenraum ermöglichen.
Der Bau begann 1953 unter den Architekten Albert Dietz und Bernhard Grothe als Antwort auf das Bevölkerungswachstum der katholischen Gemeinde nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Konstruktion spiegelt die architektonische Moderne wider und prägte das Stadtbild der Nachkriegszeit.
Der Name Mauritius verweist auf den heiligen Mauritius, den Patron der ehemaligen Pfarrei. Seit der Profanierung 2003 findet das jährliche Pfarrfest St. Mauritius in der Mutterkirche St. Jakob statt. Zeitweise diente das Gebäude der Hochschule für Musik Saar als Spielstätte.
Das Gebäude steht seit der kurzen Nutzung durch die Hochschule für Musik Saar leer; am 7. März 2024 genehmigte das Oberverwaltungsgericht des Saarlandes den Abriss. Das Grundstück betritt man von der Moltkestraße durch das torartig geöffnete Erdgeschoss des 37,12 m hohen Betonturms, der zu einem Innenhof mit rundem Brunnen vor der Kirche führt.
Die 1956 von Hugo Mayer Orgelbau erbaute Orgel hatte ihr Pfeifenwerk auf der Betonplatte über dem Spieltisch, mit einem Freipfeifenprospekt, der alle 25 Register zeigte. 2017 wurde das Instrument an die Kirchengemeinde San Marcello in Piedimonte Matese in Kampanien verkauft. Die fünf Bronzeglocken aus der Glockengießerei Mabilon gingen 2015 an St. Martinus in Hermeskeil und erklingen dort seit 2017 wieder.
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