Dikili Tash, Prähistorische archäologische Stätte nahe Philippi, Griechenland.
Dikili Tash ist ein prähistorischer Tell in der Ebene von Drama in Ostmakedonien, etwa 1,5 km östlich des antiken Philippi. Der Hügel erhebt sich 16 m über die Ebene und umfasst rund 4,5 Hektar. Die Grabungen der Französischen Schule in Athen und der Archäologischen Gesellschaft zu Athen legten jungsteinzeitliche Häuser mit Holzfachwerk frei, darunter eines mit einem in Ton gefassten Rinderschädel an Wand oder Balken.
Der Tell war ab der zweiten Hälfte des 7. Jahrtausends v. Chr. besiedelt; die erste Siedlung lag kaum über der Ebene und war an zwei Seiten durch Gräben geschützt. Die Phase Jungneolithikum I (ca. 5300–4800 v. Chr.) erhöhte ihn um etwa 5 m, und das Dorf des Jungneolithikums II brannte um 4300/4260 v. Chr. nieder. Die Besiedlung setzte um 3300/3000 v. Chr. wieder ein und endete um 2800 v. Chr.; eine Lehmbodenzerstörung wird um 1150 v. Chr. datiert. Ein im 12. Jahrhundert auf dem Gipfel errichteter byzantinischer Turm wurde im 13. oder 14. Jahrhundert zerstört.
Der Name Dikili Taş, türkisch für „aufrechter Stein“, und die griechische Entsprechung Orthopetra beziehen sich auf das 4 m hohe römische Grabmonument etwa 200 m nordöstlich des Tells. Es wurde im 1. Jahrhundert n. Chr. für Gaius Vibius Quartus errichtet, einen Offizier der Kolonie Philippi, der in der Nekropole an der Via Egnatia bestattet wurde; sein Marmorsockel trägt Inschriften an der West- und Südseite.
Der Tell liegt rund 1,5 km östlich des antiken Philippi in der Drama-Ebene; das römische Grabmonument, dem er seinen Namen verdankt, steht etwa 200 m nordöstlich an der Trasse der Via Egnatia. Die Grabung soll für die Öffentlichkeit geöffnet werden; Funde sind in den archäologischen Museen von Philippi und Kavala ausgestellt. Das Gelände ist offen und schattenlos.
Der Rinderschädel aus dem Haus des Bukranions, errichtet um 4900–4800 v. Chr., war mit Ton überzogen, nicht bemalt, und wohl an Wand oder Balken befestigt. Holzkohleanalysen belegten Eiche, Esche, Hainbuche und Ahorn; in einem Gefäß lagen verkohlte Gerstenkörner.
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