Bay of Navarino, Natürliche Bucht in Messenien, Griechenland
Die Bucht von Navarino ist eine kleine, tiefe Bucht des Ionischen Meeres in Messenien an der Südwestküste der Peloponnes, die durch Land fast vollständig vom offenen Wasser abgetrennt ist. Die Insel Sfaktiria schließt sie im Westen als gewaltiger Wellenbrecher und lässt im Norden die enge Durchfahrt Sikia, im Süden einen breiteren Zugang offen. An ihrem Südufer liegt Pylos; die Neue Navarino-Festung (Neokastron) sichert die südliche Einfahrt, die Alte (Palaeokastron) die nördliche.
Am 20. Oktober 1827 besiegte ein vereinigtes britisches, französisches und russisches Geschwader in der Bucht die osmanisch-ägyptische Flotte Ibrahim Paschas während der Griechischen Revolution. Die Schlacht sicherte Griechenlands Unabhängigkeit vom Osmanischen Reich. Massengräber bestehen fort: Russen auf Sfaktiria, Briten auf Chelonisi und Franzosen auf der Insel Pylos.
Der Name Navarin könnte einer These zufolge auf die in der Gegend ansässigen Awaren zurückgehen. Zudem ist der Name der Bucht mit dem antiken Pylos verbunden, dem Sitz des mythischen Königs Nestor, den Homer in der Odyssee beschreibt; die 1828 gegründete Stadt Pylos übernahm diesen Namen.
Die Bucht ist über zwei Kanäle erreichbar: einen breiten südlichen Eingang und die nördliche Passage von Sikias, die beide Schiffen Schutz vor Mittelmeerwind bieten. Besucher sollten sich der unterschiedlichen Wasserbedingungen und lokalen Strömungen bewusst sein.
Sfaktiria, die Insel, die die Bucht abschirmt, war 425 v. Chr. Schauplatz einer Schlacht im Peloponnesischen Krieg. Heute birgt sie ein Massengrab russischer Seeleute, die 1827 in der Seeschlacht fielen, eine von drei Gedenkgrabstätten an den Ufern der Bucht.
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