Poseidon-Heiligtum von Kalaureia, Antike Tempelruinen in Kalaureia, Griechenland.
Das Poseidon-Heiligtum von Kalaureia liegt auf dem etwa 190 m hohen Plateau Palatia auf Poros. Der dorische Ringhallentempel, um 520 v. Chr. errichtet, maß rund 14,4 auf 27,5 m und hatte sechs Säulen an den Schmalseiten und zwölf an den Längsseiten; eine Peribolosmauer umschloss etwa 53 auf 26 m. Erhalten sind Fundamente von vier Stoen, eines Propylons von etwa 330 v. Chr. und des Gebäudes I, eines privaten Komplexes mit Andron.
Die Besiedlung des Plateaus Palatia begann um 1200 v. Chr. und wurde bald aufgegeben; ab etwa 750 v. Chr. entstand eine neue Siedlung, und Ende des 8. Jahrhunderts v. Chr. entstand das erste Heiligtum. Um 650 v. Chr. wurden ein erster Tempel mit Umfassungsmauer und der Vorgängerbau des Propylaions errichtet und die Amphiktyonie von Kalaureia gegründet. Um 520 v. Chr. folgten der spätarchaische Tempel und sein Peribolos; während des Dritten Mithridatischen Kriegs wurde das Heiligtum geplündert und im 2. Jahrhundert n. Chr. vermutlich aufgegeben.
Die Heiligtumsstätte zeigt heute noch Spuren von Opfergaben aus der Antike, darunter Terrakottafiguren und Steinreliefs, die Seeleuten gehörten. Diese Funde belegen, wie eng die Verehrung des Meeres mit dem alltäglichen Leben der Menschen verflochten war.
Der Ort lässt sich über die kleine Insel Poros erreichen und ist zu Fuß leicht zugänglich über einen Wanderpfad mit mäßigen Steigungen. Es ist ratsam, festes Schuhwerk zu tragen und Wasser mitzubringen, besonders wenn man in der wärmeren Jahreszeit kommt.
Der Ort war im alten Griechenland auch als Zufluchtsort für Verfolgte bekannt, da die Tempelanlage mit einem speziellen Asylrecht ausgestattet war. Diese Funktion machte das Heiligtum zu einer Art Schutzzone, die Menschen in Not aufnahm.
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