Familistère, Sozialer Wohnkomplex in Guise, Frankreich
Das Familistère ist ein Wohnkomplex in Guise, Frankreich, der aus Backstein errichtet wurde und Wohngebäude, Werkstätten sowie Gemeinschaftseinrichtungen umfasst. Die Gebäude gruppieren sich um zentrale Innenhöfe und sind durch breite Fenster und Eisenkonstruktionen gekennzeichnet, die das Tageslicht in die Räume führen.
Jean-Baptiste André Godin begann 1859 mit dem Bau dieser Wohnanlage für die Arbeiter seiner Gusseisenfabrik und schloss das Projekt 1866 ab. Die Einrichtung sollte eine Alternative zu den üblichen Arbeiterwohnungen bieten und verband industrielle Produktion mit genossenschaftlichen Prinzipien.
Die Höfe im Inneren des Gebäudekomplexes verfügen über Glasdächer, die natürliches Licht in die gemeinschaftlichen Bereiche lassen und den Bewohnern geschützte Treffpunkte bieten. Diese überdachten Räume dienten als soziale Orte, an denen Familien zusammenkamen und Kinder spielen konnten, unabhängig vom Wetter draußen.
Der Rundgang führt durch die ehemaligen Wohnräume, die Wirtschaftsgebäude und die Gemeinschaftseinrichtungen, sodass Besucher nachvollziehen können, wie die Bewohner hier lebten und arbeiteten. Informationen zu Besuchszeiten und Führungen erhalten Sie am Eingang des Museums oder auf der Website.
Jede Wohnung verfügte über fließendes Wasser und sanitäre Einrichtungen, was für die Mitte des 19. Jahrhunderts außergewöhnlich war und den Wohnkomfort deutlich über den Standard der damaligen Zeit hob. Die Bewohner hatten auch Zugang zu einer Bibliothek, einem Bad und einem Theater, die Teil des Konzepts waren.
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