Vélodrome d’Hiver, Überdachte Radrennbahn nahe dem Eiffelturm, Frankreich
Das Vélodrome d'Hiver war eine Radrennbahn im Pariser Stadtviertel nahe dem Eiffelturm, die in einem umgebauten Ausstellungsgebäude der Weltausstellung 1900 untergebracht war. Die überdachte Anlage verfügte über eine ovale Holzbahn von 333 Metern Länge mit steilen Kurven, die Radrennen bei jedem Wetter ermöglichte.
Das Gebäude öffnete 1909 als Veranstaltungsort für Radrennen und andere Sportveranstaltungen und wurde später während der Olympischen Sommerspiele 1924 genutzt. Im Juli 1942 hielt die französische Polizei dort über 7.000 jüdische Männer, Frauen und Kinder fest, bevor sie in Konzentrationslager deportiert wurden, und ein Brand zerstörte die Struktur 1959.
Der Veranstaltungsort zog Pariser aus allen Gesellschaftsschichten an, die sich für Radrennen und Boxkämpfe begeisterten, während die steil geneigten Kurven den Zuschauern eine klare Sicht auf das Geschehen boten. An Wettkampftagen füllten sich die Tribünen mit Fans, die die Atmosphäre der engen Holzbahn und die Geschwindigkeit der Fahrer genossen.
Der Standort befand sich an der Rue Nélaton im 15. Arrondissement, in Gehweite vom Eiffelturm und dem Seine-Ufer. Nach dem Abriss entstanden auf dem Grundstück Wohngebäude und Büros, die heute die Gegend prägen.
Ernest Hemingway besuchte regelmäßig Radrennen im Velodrom und ließ sich von den Wettkämpfen und der sportlichen Umgebung inspirieren. Die Holzbahn war so steil, dass Radfahrer in den Kurven fast horizontal zum Boden fuhren.
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