Schloss Gaillon, Renaissanceschloss in Gaillon, Frankreich
Das Château de Gaillon steht in Gaillon im Departement Eure in der Normandie. Ab 1502 auf mittelalterlichen Fundamenten errichtet, wurde es für Georges d'Amboise, Erzbischof von Rouen, als Renaissance-Residenz umgebaut. Der gotische Trakt bildet einen unregelmäßigen Vorhof, den ein 1509 umgestaltetes Torhaus mit achteckigen Ecktürmen und steilen Schieferdächern erschließt; dahinter liegen die Galerie des Cerfs, die Porte de Genes und ein trapezförmiger Ehrenhof.
Ein Kardinal verwandelte die ursprüngliche mittelalterliche Festung zwischen 1502 und 1509 in ein Renaissancewohnschloss um. Diese Umgestaltung setzte neue architektonische Maßstäbe in Frankreich und markierte den Übergang von Mittelalter zu Renaissance.
Der Name Gaillon ist mit den Erzbischöfen von Rouen verbunden, die das Schloss ab 1262 als Sommerresidenz nutzten. 1566 ließ Kardinal Charles de Bourbon für Caterina de' Medici während der Belagerung von Rouen eine Schäfermaskerade im Maison Blanche aufführen. Später logierten hier Heinrich III., Heinrich IV. und Ludwig XIV.
Das Schloss ist das ganze Jahr über für Besucher zugänglich und bietet Führungen an, die seine Architektur und Geschichte erklären. Festes Schuhwerk wird empfohlen, da das Gelände erhöht ist und die Wege uneben sein können.
Der Marmorbrunnen im Ehrenhof wurde 1754 von Kardinal de La Rochefoucauld abgebaut, der sein unteres achteckiges Becken aus Carrara-Marmor in seine Gärten in Liancourt bringen ließ. Seit 1911 steht es auf der oberen Terrasse des Schlosses La Rochefoucauld.
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