Chapelle Saint-Jean-Baptiste, Mittelalterliche Kommende-Kapelle in Carentoir, Frankreich
Die Chapelle Saint-Jean-Baptiste steht im Weiler Le Temple, 4 km vom Ort Carentoir entfernt. Sie besteht aus unregelmäßigem grauem und braunem Mauerwerk, hat ein steiles Schieferdach mit steinernem Kreuz und rechts hinten einen schlanken quadratischen Glockenturm mit hoher Schieferspitze. Ein rundbogiges rotes Doppeltor in vorspringender Steinrahmung, darüber ein kleines Rundbogenfenster; beiderseits sind gemalte Ritterfiguren angebracht. Nur der romanische Bogen zwischen Chor und Schiff ist original.
Die Kommende entstand um 1182 auf Ländereien des Herzogs der Bretagne namens Karantoe, bretonisch Ker-en-Touer, „Dorf der Dachdecker“, nach den Schieferbrüchen der Gegend. Die Conan IV. zugeschriebene Urkunde, der 1171 starb, soll Ende des 13. Jahrhunderts von den Templern verfasst worden sein, um ihre bretonischen Besitzungen zu rechtfertigen. Die Templer errichteten die Kirche und eine heute verschwundene Kommende; nur der romanische Bogen zwischen Schiff und Chor ist original, der Rest wurde über die Jahrhunderte neu gebaut. Sie wurde die wichtigste Kommende der Bretagne und behielt diese Rolle bei den Hospitalitern von Saint-Jean de Jérusalem.
Der Name Carentoir soll auf das bretonische Ker-en-Touer zurückgehen, „Dorf der Dachdecker“, wegen der Schieferbrüche der Gegend. Die Volkstradition besagt, die Templer der Kommende seien am Fuß einer Eiche bei der Kapelle Fondelienne, auf halbem Weg zwischen Kommende und Dorf, getötet statt gefangen genommen worden. Im Inneren gilt ein hölzerner Liegebildnis-Ritter, das „Tombeau du Templier“ oder „Saint Dormant“, als in Frankreich einmalig.
Die Kapelle steht im Weiler Le Temple, etwa 4 km vom Ort Carentoir und rund 60 km von Vannes, Rennes und Saint-Nazaire entfernt. Im Sommer ist sie für Besucher geöffnet, und der Pfarrer von Carentoir feiert dort gelegentlich noch Messe. Die Anfahrt erfolgt über die Straße von Carentoir; das Gebäude ist in seinem Zustand beeinträchtigt, die Bedingungen vor Ort sind einfach.
Die Kirche bewahrt eine aus Holz geschnitzte Liegefigur, „Tombeau du Templier“ oder „Saint Dormant“ genannt, die als in Frankreich einmalig gilt. Sie zeigt einen Templer- oder Hospitaliterritter im Waffenrock. Der Volksüberlieferung nach wurden die Templer der Kommende bei ihrer Verhaftung allesamt am Fuß einer Eiche bei der Kapelle von Fondelienne getötet und nicht gefangen genommen.
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