Château de la Guignardière, Renaissance-Schloss in Avrillé, Frankreich.
Das Château de la Guignardière bei Avrillé ist ein Renaissancebau, um 1555 begonnen und nie vollendet. Ein dreiachsiger, dreigeschossiger Trakt steht neben einem hohen viergeschossigen Flügel unter steilen Schieferdächern auf Eichenholz, das 1556 auf dem Gut geschlagen wurde. Die Fenster haben granitene Mittelpfosten und zwei Querstreben, sehr hohe Schornsteine aus rotem Backstein überragen die Dächer, und eine geschwungene Freitreppe liegt in der Mitte der Gartenfassade.
Der Bau begann um 1555 für Jean Girard, panetier (Brotmeister) König Heinrichs II., nach einem symmetrischen Plan mit hohen Seitenflügeln. Nach Girards Ermordung 1563 wurde die Baustelle aufgegeben, und die von ihm aus Paris geholten Werkmeister zerstreuten sich in der Region und beeinflussten jahrzehntelang lokale Bauten. Das Schloss blieb unvollendet; erst im 18. Jahrhundert versuchte Graf Sylvestre du Chaffault, es fertigzustellen, und fügte ionische Pilaster sowie einen Giebel mit der Jahreszahl 1773 hinzu.
Der Name des Schlosses geht auf Jean Girard, Seigneur de la Guignardière, zurück. Seit 2019 wird die Anlage als „Le Château des Aventuriers“ betrieben, mit vier kostenpflichtigen Rätselparcours (Piratenschatz, Dinosaurier, Schlossermittlung, Spukhaus) sowie den Bereichen „western city“ und „Il était une fois“. Das Schloss ist frei oder mit Führung zu besichtigen.
Das Schloss bietet interaktive Besichtigungen mit Smartphones oder Tablets an, bei denen Besucher Rätsel lösen und historische Fakten entdecken können. Diese digitalen Hilfsmittel helfen, die verschiedenen Räume zu erkunden und das Erlebnis persönlicher zu gestalten.
Ab 1920 mietete Georges Clemenceau, Frankreichs Regierungschef im Ersten Weltkrieg, auf dem Gut ein Haus namens „la bicoque“ und aß oft mit dem Eigentümer Amedée Luce de Tremont zu Abend. Das Haus ist heute Staatseigentum und als Maison de Georges Clemenceau öffentlich zugänglich, getrennt vom Schloss.
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