Collegiate Church of Saint-André, Grenoble, Stiftskirche aus dem 13. Jahrhundert am Place Saint-André, Frankreich
Die Stiftskirche Saint-André steht an der Place Saint-André gegenüber dem ehemaligen Palais des Parlaments der Dauphiné. Einschiffiges Langhaus, niedriges Querhaus, quadratischer Chorabschluss und ein seitlicher Turm mit achteckiger Haube aus Tuff, alles in Backstein, bilden einen spezifisch dauphinéischen Bautyp des 13. und 14. Jahrhunderts. Der Turm ist 56 Meter hoch und trägt ein kleines Zifferblatt; die Giebelfassade zeigt eine runde Uhr und ein hohes schmales Bogenfenster, daneben ein heller Steinabschnitt mit dem Bogenportal.
Gestiftet 1228 von Dauphin André als Palastkapelle und dynastische Grablege nach der Überschwemmung Grenobles von 1219, finanziert aus den Einkünften der Silberminen von Brandes-en-Oisans. Das Kapitel aus dreizehn Kanonikern kam 1227 mit Zustimmung Bischof Soffroys aus Champagnier. Die Gräber der Dauphins wurden 1562 von den protestantischen Truppen des Baron des Adrets zerstört; 1790 wurde das Kapitel aufgelöst, 1822 die Kirche Pfarrkirche.
Die Kirche ist dem heiligen Andreas geweiht, der auf dem Kapitelsiegel in Silber mit seinem Andreaskreuz in der rechten Hand erscheint; das Wappen des Kapitels zeigte ein goldenes Schrägkreuz auf Blau. Seit dem 24. August 1822 birgt das Nordquerhaus das Grab des Dauphiné-Ritters Pierre Terrail de Bayard, das vom Minimenkloster hierher übertragen wurde; seine Statue steht unweit auf der Place Saint-André.
Die Kirche steht auf der Place Saint-André gegenüber dem ehemaligen Palais des Parlaments der Dauphiné; daneben steht die Statue Bayards. Sie ist heute Pfarrkirche, ihr Besuch richtet sich daher nach dem pfarrlichen Gebrauch und nicht nach festen Besuchszeiten. Der 56 Meter hohe Glockenturm ist von Platz und Nachbarstraßen aus zu sehen.
Der gegen Ende des 13. Jahrhunderts fertiggestellte, 56 Meter hohe Glockenturm enthält ein Glockenspiel aus drei Glocken: Die 1693 gegossene Bourdon trägt das Wappen des Propstes Flodoard Moret de Bourchenu, die beiden anderen stammen aus dem 19. Jahrhundert. Die Turmuhr ist die älteste öffentliche Uhr Grenobles.
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