Maison des Rochers de Graufthal, Felsenwohnung in Eschbourg, Frankreich
Die Maison des Rochers de Graufthal besteht aus drei Häusern, die teilweise in rote Sandsteinklippen eingebaut sind und sich etwa sieben Meter über der Dorfstraße erheben. Die Felsen selbst bilden die Rückwände und oft auch die Decken dieser Wohnräume.
Die Archäologen Robert Forrer und Charles Spindler untersuchten die Stätte 1899 und datierten die ersten Felshöhlen ins Mittelalter, als sie als Kornspeicher dienten; von ihren Holzpfosten zeugen noch Löcher im Fels. Im 17. Jahrhundert wurden die Höhlen zu Notunterkünften, im 18. Jahrhundert zu Wohnhäusern, wovon ein Türsturz von 1760 zeugt. Im 20. Jahrhundert lebten hier drei Familien; Catherine Ottermann, genannt „Felsekaeth“, starb 1958 als letzte Bewohnerin. Seit dem 20. Dezember 1988 sind die Häuser als Monument historique eingetragen.
Die Häuser zeigen, wie Menschen in dieser Region ihre Behausungen direkt in den Stein integrierten und dabei die natürlichen Felsen als Wände und Dach nutzten. Man sieht heute noch, wie praktisch und geschickt die Bewohner mit ihrer Umgebung umgegangen sind.
Die drei Felswohnungen liegen in der ersten Felsnische, etwa 7 Meter über der Dorfstraße, erreichbar über einen Fußweg. Im Erdgeschoss befinden sich Küche, Wohnraum und Stall, darüber Schlafraum, Heuboden und Kornspeicher. Die Küche wurde von zwei Häusern gemeinsam genutzt.
Interessanterweise kombinieren einige Räume natürliche Felsdecken mit künstlich angebrachten Ziegeldächern, um Lücken zu schließen und Wasser abzuhalten. Eine historische Streichholzfabrik befand sich in einem der oberen Schutzräume und erinnert an die industrielle Nutzung dieses ungewöhnlichen Ortes.
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