Ardennes massif, Gebirgskette in Ostbelgien und Nordfrankreich
Das Ardennenmassiv bildet den Kern der Naturregion Ardennen, die sich Belgien, Frankreich und Luxemburg teilen und die sich nach Deutschland im Eifelgebirge fortsetzt. Es ist eine Folge gerundeter Kämme, wobei der bewaldete Hang im Vordergrund die höheren Lagen dahinter teilweise verdeckt; Felder und kleine helle Dörfer liegen verstreut an den Hängen. Höchster Punkt ist das Signal de Botrange mit 694 m.
Das Massiv ist der erodierte Rest einer einst alpenhohen Kette, eine westliche Teildecke des Rheinischen Schiefergebirges im variszischen Gebirgsgürtel. Seine Sichelform folgt den variszischen Falten. Nach einer langen Einebnung verjüngte eine känozoische Hebung das Relief und zwang die Maas, zwischen Charleville-Mézières und Namur Antiklinalen und Synklinalen zu durchschneiden.
Die Region beherbergt mehrere mittelalterliche Klöster wie Orval, Saint-Hubert und Stavelot, die bis heute als Pilgerziele dienen und ihre ursprüngliche religiöse Funktion bewahrt haben. Diese Klöster prägen das Landschaftsbild und ziehen Besucher an, die sowohl Spiritualität als auch Handwerk wie Bierbrauerei und Käseherstellung erleben möchten.
Die Maas durchquert das Massiv von Charleville-Mézières bis Namur und überquert dabei eine Reihe von Antiklinalen und Synklinalen; der bewaldete Kamm im Vordergrund verdeckt oft die dahinterliegende Kammlinie. Das Relief bietet die für die Ardennenklassiker typischen Täler und kurzen Anstiege. Die höchsten Lagen liegen in der Provinz Lüttich rund um das Signal de Botrange.
Der hier abgebaute „rote Marmor von Flandern“ ist kein Marmor, sondern ein etwa 380 Millionen Jahre alter Kalkstein aus dem Frasnium, entstanden in einem warmen Flachmeer und reich an Brachiopoden. Er findet sich in der Spiegelgalerie von Versailles und in Chantilly; das Marmorgewerbe saß in Rance.
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