Cherré, Archäologische Stätte in Aubigné-Racan, Frankreich
Cherré ist ein archäologischer Komplex mit den Überresten eines Theaters, mehrerer Tempel, Badeanlagen und eines Aquäduktsystems. Die Fundstücke erstrecken sich über ein großes Gelände und zeigen die vielfältige Struktur einer bewohnten Antikstätte.
Der Ort begann als Begräbnisstätte in vorgeschichtlicher Zeit und entwickelte sich später zu einer blühenden antiken Siedlung. Seine größte Bedeutung erreichte er im 2. und 3. Jahrhundert, als die Bauwerke in ihrer heutigen Form entstanden.
Cherré war eine sekundäre Siedlung mit vorwiegend religiösen Funktionen, die dem Kaiserkult oder einem Kriegerkult gewidmet war und saisonale, kommerzielle und religiöse Treffen beherbergte. Der Ort liegt am Kreuzungspunkt der Gebiete der Andecavi, Aulerci Cenomani und Turones. Das Theater fasste dreitausend Plätze.
Die Reste liegen beiderseits der Straße D 305 zwischen Vaas und Le Lude, 3,9 km südwestlich von Aubigné-Racan. Das Gelände gehört dem Departementsrat der Sarthe, der seit der zweiten Hälfte der 2000er Jahre Wege für einen leichteren Zugang zu den Ruinen anlegt und Besucher informiert. Der Boden fällt von 45 m beim Theater auf 40 m bei den Thermen ab.
Der Aquädukt, der Cherré versorgte, verlief oberirdisch; ein unterirdischer Kanal ist nicht belegt. Das Wasser stammte aus einem Bach, der diesen Aquädukt speiste, und die sichtbaren Reste sind niedrige Fundamentmauern aus dunklem, bemoostem Stein, keine verborgenen Leitungen.
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