Villa of Séviac, Archäologische Villa in Montréal, Frankreich.
Die Villa von Séviac ist eine gallo-römische Residenz um einen 30 Meter breiten Hofgarten, den Säulengänge umgeben, hinter denen Räume unterschiedlicher Größe und Nutzung liegen. Im Norden befinden sich die Wirtschaftsräume, im Osten ein großes Vestibül und ein beheizter Apsidensaal für Empfänge, im Süden Thermen von über 500 m². Zwei helle Säulenschäfte stehen zwischen den niedrigen Mauern.
Ab der Mitte des 1. Jahrhunderts n. Chr. stand hier ein bescheidener Bau; im 2. Jahrhundert wurde eine Villa errichtet, im Laufe der Zeit erweitert und im letzten Drittel des 4. Jahrhunderts um einen 30 Meter breiten Innenhof neu gegliedert. Anfang des 6. Jahrhunderts kam ein Baptisterium hinzu, und ein Aristokrat bewohnte die Anlage teilweise während dieses Jahrhunderts. Im 7. Jahrhundert entstanden Häuser in den Ruinen, zwischen dem 8. und 11. Jahrhundert eine Kirche mit Nekropole.
Die über 500 m² große Thermenanlage war Anfang des 5. Jahrhunderts in zwei Bereiche beiderseits des Frigidariums geteilt. Im Westen lagen ein Tepidarium und ein Caldarium, jeweils mit eigenem Becken, durch Fußboden und Wände beheizt, dazu Latrinen. Die östlichen, ursprünglich beheizten Empfangsräume wurden im 5. Jahrhundert zum Kaltbereich.
Die Grabungsfläche liegt auf einem Plateau am Zusammenfluss von Auzoue und Argentans, etwa zwölf Kilometer von Eauze entfernt. Die seit den 1990er Jahren restaurierten Mosaiken, 2018 rund 625 Quadratmeter, sind unter einem lichtdurchlässigen Dach von 2.070 Quadratmetern geschützt. Die nördlichen Wirtschaftsräume zur pars rustica hin sind kaum ausgegraben.
Ein 1910 gefundener bronzener Zeh von 5 cm Länge und 390 g gehörte zu einer monumentalen Statue, die nie gefunden wurde; der Zeh selbst ist seither verschwunden. Der Fundort lieferte zudem Pilasterkapitelle aus Pyrenäenmarmor von etwa 420–440 und einen Marmorkopf von um 400.
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