Tapetenfabrik Leroy, Ehemaliges Tapetenfabrikgelände in Saint-Fargeau-Ponthierry, Frankreich
Die Usine Leroy ist ein ehemaliger Tapetenfabrikkomplex, der 1913/14 auf einem 30 Hektar großen Gelände an der Seine nach Plänen des Architekten Paul Friesé errichtet wurde. Die Lagerhalle besteht aus Ziegel und Bruchstein, ein Teil der Gebäude verwendet Stahlbeton, und ein hoher gerippter Wasserturm steht auf einem quadratischen Steinsockel. Ein Betonträger mit den ausgesparten Buchstaben „LEROY“ überspannt eines der Bauwerke.
Louis-Isidore Leroy gründete die Tapetenmanufaktur 1842 in der Rue La Fayette 59 in Paris. Nach der Enteignung durch die Chemins de fer de l'Est 1912 kaufte die Familie das Grundstück „Bas de la Seine“ in Saint-Fargeau-Ponthierry und ließ von Architekt Paul Friesé eine größere Fabrik bauen, errichtet 1913/14. Im Krieg für Flugzeugmotoren beschlagnahmt, wurde sie am 1. August 1944 bombardiert und 1982 geschlossen.
Die ehemalige Fabrikhalle beherbergt heute das Kulturzentrum Les 26 couleurs, das im Juni 2011 nach dreijährigen Arbeiten des Büros Philippe Prost eröffnet wurde. Seinen Namen verdankt es der in einem Ausstellungsraum aufgestellten 26-Farben-Druckmaschine. Zum Komplex gehören außerdem ein Theatersaal und ein Restaurant.
In den alten Fabrikhallen befindet sich heute das Kulturzentrum „Les 26 couleurs“, das im Juni 2011 nach dreijährigen Arbeiten des Büros Philippe Prost eröffnet wurde. Vom ersten Stock blickt man auf das Seineufer, an dem Schiffe die Kohle für das Dampfkraftwerk anlieferten. Die Arbeitersiedlung Cité Leroy mit ihren 144 gleichen Häusern und Gärten grenzt an die Fabrik und ist weiterhin bewohnt.
Die 1877 gebaute Maschine aux 26 couleurs bedruckte Tapetenrollen gleichzeitig in 26 Farben, damals ein Rekord. Isidore Leroy zeigte sie 1878 auf der Pariser Weltausstellung, konnte als Berichterstatter seiner Gruppe jedoch nicht am Wettbewerb teilnehmen; die Vorführung brachte ihr dennoch internationalen Ruhm. Seit dem 23. März 2003 als bewegliches Monument historique eingetragen, steht sie in einem Ausstellungsraum des Kulturzentrums.
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