Île de Riou, Insel vor der Südküste von Marseille, Frankreich
Die Île de Riou ist die größte Insel des Riou-Archipels, einer Inselgruppe vor der Südküste Marseilles, südlich der Calanques. Sie erstreckt sich über etwa 2 km in der Länge und besitzt im Norden flache Kiesel- und Sandstrände, während der Südosten von hohen weißen Kalksteinfelsen geprägt wird, die senkrecht ins Meer abfallen.
Schon im Neolithikum haben Menschen auf der Insel gelebt und dort Werkzeuge sowie Tongefäße hinterlassen. Im Laufe der Jahrhunderte nutzten antike Seefahrer sie als Zwischenstation, und im Mittelalter wurden Wachttürme und Zisternen errichtet, um die Küste zu überwachen.
Die Insel gehört zum Nationalpark der Calanques und ist für viele Taucher ein bekanntes Ziel wegen der reichen Unterwasserwelt rund um die Felsen der Impériaux. Wer die Insel besucht, bemerkt die Stille und das Fehlen jeglicher touristischer Infrastruktur, was den Ort deutlich von anderen Zielen an der Küste unterscheidet.
Die Insel ist nur per Boot erreichbar und verfügt über keine öffentlichen Einrichtungen oder Versorgung an Land. Das Anlegen ist nur an den nördlichen Stränden erlaubt; das Betreten anderer Bereiche ist durch die Regeln des Nationalparks eingeschränkt.
In den Gewässern östlich der Insel wurden im Jahr 2000 Wrackteile eines P-38-Lightning-Flugzeugs entdeckt, das Antoine de Saint-Exupéry, dem Autor des Kleinen Prinzen, zugeordnet wird und 1944 verschwand. Der Fund klärte zwar den Ort seines letzten Fluges, ließ aber die genauen Umstände seines Verschwindens offen.
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