Domaine de la Léonardsau, Eingetragenes historisches Denkmal in Obernai, Frankreich.
Das Château de la Leonardsau ist ein mehrteiliger Bau aus cremefarbenem Stuck mit braunen Steingewänden unter steilen roten Ziegeldächern; ein Fachwerkgiebel sitzt über dem bogigen Eingang, ein Steinrelief trennt zwei obere Fenster. Es steht am Ort Saint-Léonard auf der Gemarkung von Obernai, nahe Boersch. Sein acht Hektar großer Park, den der belgische Landschaftsarchitekt Jules Buyssens mit dem Baron anlegte, vereint englische, französische, italienische und japanische Gartenelemente.
Baron Albert-Louis-Eugène de Dietrich kaufte das Anwesen 1896 und ließ das heutige Schloss in Etappen errichten: die mittlere Villa 1899–1900, den Westflügel 1909–1910 und den Ostflügel 1921 anlässlich der Hochzeit seiner Nichte, Fräulein Oesinger. Das Ganze entstand im Geschmack der Renaissance mit zahlreichen wiederverwendeten Bauteilen. Die Stadt Obernai kaufte das Anwesen 1970.
Charles Spindler gestaltete 1902 einen Salons der Villa mit Elementen des Jugendstils, die bis heute das Raumgefühl des Ortes prägen. Diese künstlerische Einrichtung zeigt, wie internationale Kunstbewegungen das Leben der lokalen Oberschicht beeinflussten.
Der Park umfasst acht Hektar und wurde vom belgischen Landschaftsarchitekten Jules Buyssens gemeinsam mit Baron de Dietrich angelegt, mit englischem Landschaftspark, französischem Garten sowie kleinen italienischen und japanischen Gartenräumen. Auch Edouard André wirkte hier. Nach der 2023 begonnenen Restaurierung wurde das Schloss am 1. November 2025 wieder für die Öffentlichkeit geöffnet.
Der Film 'La Décade Prodigieuse' mit Orson Welles, Marlene Jobert und Anthony Perkins wurde 1971 auf dem Schlossgelände gedreht. Diese Verbindung zu Hollywood zeigt, wie der Ort auch für internationale Filmproduktionen von Interesse war.
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