Hôtel de Seignelay, Privatpalais in Invalides, Frankreich.
Das Hôtel de Seignelay liegt am 80, rue de Lille und wird durch ein monumentales Tor zwischen zwei Wachpavillons betreten. Die Hauptfassade aus Werkstein mit Mascarons folgt der Flucht des Tors und hat fünf Ebenen, vom halb versenkten Souterrain bis zum obersten Geschoss unter dem Brisis-Dach. Dahinter liegt ein gepflasterter Hof von 444 m²; ein 1842 errichteter dreigeschossiger Bau verbindet das Haus mit der Straße.
Das Gebäude wurde 1713 vom Architekten Germain Boffrand entworfen und war ursprünglich Eigentum von Charles Colbert, dem Enkel des einflussreichen Ministers Jean-Baptiste Colbert. Im Laufe der Jahrhunderte wechselte das Herrenhaus mehrmals den Besitzer und erlebte verschiedene Umgestaltungen seiner Räume.
Seinen Namen verdankt das Haus Charles Léonor Colbert de Seignelay, Enkel des Ministers Ludwigs XIV., der es 1718 erwarb. 1801 führte der Ingenieur Philippe Lebon hier sein Beleuchtungs- und Heizsystem Thermolampe vor. Im Garten erinnert eine Stele an das Grab von Coco, dem letzten Hund Marie-Antoinettes; Vincent Noce hält das für falsch und sieht darin einen Spaniel, der den Dauphin im Temple tröstete.
Das Gebäude erlitt 2022 Brandschäden und wird derzeit restauriert, wobei der Fokus auf dem Erhalt historischer Elemente wie der überlebenden Haupttreppe liegt. Besuchern wird empfohlen, sich vor einem Besuch über den aktuellen Zustand und eventuelle Zugangsbeschränkungen zu informieren.
Ein Gedenkstein im Garten, zugänglich über das 21 quai Anatole-France, erinnert daran, dass hier Coco begraben liegt, angeblich der letzte Hund Marie-Antoinettes. Vincent Noce bezweifelt dies: Es handle sich um einen Spaniel, der den Dauphin im Temple tröstete und nach 1795 nach Wien gebracht wurde.
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