Evangelische Kirche Munster, Evangelische Kirche in Munster, Frankreich
Die Église protestante de Munster ist ein neuromanischer Kirchenbau aus rotem Sandsteinquadermauerwerk mit dreischiffiger Basilikaanlage, Querhaus, Apsis und einer offenen dreiteiligen Portalvorhalle. Links erhebt sich ein hoher Turm mit steilem Pyramidenspitzhelm und Zifferblättern; der Hauptbau trägt ein steiles, gemustertes Dach und einen apsidenartigen Abschnitt mit hohen Bogenfenstern und Rosetten.
Der Bau wurde 1867 unter der Leitung des Architekten Frédéric-Louis de Rutté begonnen und 1873 fertiggestellt. Die Errichtung beendete jahrzehntelange Spannungen zwischen den verschiedenen Religionsgemeinschaften in der Region.
Die Kirche gehört zur Protestantischen Kirche Augsburgischen Bekenntnisses von Elsass und Lothringen. Ihre Geschichte erinnert an die gemeinsame Nutzung von St. Leodegar: Ab 1686 teilte das Simultaneum die Pfarrkirche zwischen beiden Konfessionen. Die Ausstattung von 1854 zum Dogma der Unbefleckten Empfängnis veranlasste die Protestanten, eine eigene Kirche zu bauen.
Die Kirche steht auf dem Grundstück des früheren protestantischen Pfarrhauses, südwestlich des Marktplatzes im Zentrum von Munster. Für den Bau mussten mehrere Häuser abgebrochen werden; diese Vorarbeiten dauerten sieben Jahre bis zur Vergabe 1867. Das rundbogige Portal ist von konzentrischen Profilen gerahmt.
Die erste Orgel von Eberhard Friedrich Walcker wurde am 23. Dezember 1873 geweiht und von Albert Schweitzer als eine der schönsten Orgeln des Elsass gerühmt. Zu Beginn des Ersten Weltkriegs abgebaut, wurde sie 1924–1927 durch ein Instrument von Georges Schwenkedel aus Straßburg ersetzt, 1954 um ein Rückpositiv erweitert und 1984–1985 von Muhleisen neu errichtet.
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