Notre-Dame, Basilika minor in Gray, Frankreich
Die Basilika Notre-Dame de Gray ist eine Pfarrkirche im Übergangsstil von Gotik und Renaissance, 40 Meter lang und 20 Meter hoch, mit lateinischem Kreuzgrundriss und drei Schiffen. Achteckige Pfeiler ohne Kapitelle tragen Kreuzrippengewölbe, sechs Seitenkapellen säumen die Seitenschiffe. Der Chor endet in einer fünfseitigen gotischen Apsis, deren 15 Meter hohes Mittelfenster sein flamboyantes Maßwerk als Wurzel Jesse bewahrt hat.
Eine Kirche beim Schloss von Gray wird bereits 1227 erwähnt; der heutige Bau ersetzt die beim nächtlichen Angriff vom 29. September 1477 im Burgundischen Erbfolgekrieg niedergebrannte Kirche, sein Grundstein wurde 1478 gelegt. Der Chor war 1484 überdacht, 1509 folgten die Fundamente des Querschiffs, 1531 war das Gewölbe des Schiffs unter den Baumeistern Matthieu Grand, Philippe Lenfant und Antoine Le Rupt fertig. Der Glockenturm wurde 1559 vollendet.
Die Kirche birgt seit 1641 das Herz des heiligen Pierre Fourier und seit 1802 die wundertätige Statue Notre-Dame de Gray; wegen dieser beiden Reliquien erhob Papst Pius XII. sie am 16. Juli 1948 zur Basilica minor. Der Name Notre-Dame bezeichnet die Jungfrau Maria, der die erste Kirche an diesem Ort geweiht war.
Die Basilika ist zu Gottesdiensten geöffnet und empfängt auch Besucher außerhalb dieser Zeiten. Es ist ratsam, sich vorher über aktuelle Öffnungszeiten zu informieren oder bei lokalen Tourismusbüros nachzufragen.
Das zentrale, 15 Meter hohe Chorfenster besitzt noch seine ursprüngliche Maßwerkfüllung in Form eines Jesse-Baums. Dieses Werk der flamboyanten Gotik wird mit dem Bildhauer Conrad Meit und der Baustelle des Klosters Brou in Verbindung gebracht. 1718 wurde der untere Teil der alten Fenster für den vergoldeten Altaraufsatz zugemauert.
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